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Fed-Chef signalisiert weiter lockeren Kurs

Trotz der Aussicht auf einen Aufschwung will US-Notenbankchef Jerome Powell die Wirtschaft weiter stützen.

(Reuters) Die US-Notenbank Fed will trotz der Aussicht auf einen bald einsetzenden Aufschwung an ihrer ultra-lockeren Linie festhalten. Selbst wenn sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt verbessern sollten, werde sie nichts überstürzen: «Ich erwarte, dass wir geduldig bleiben», sagte Fed-Chef Jerome Powell am Donnerstag in einer Online-Veranstaltung des «Wall Street Journal» zum Arbeitsmarkt. Mit der angestrebten Rückkehr zur Vollbeschäftigung sei dieses Jahr nicht mehr zu rechnen. Mit dem Aufschwung würden zwar wohl die Preise anziehen. Aber es werde sehr wahrscheinlich im Zuge einer einsetzenden Konsumwelle nach Abebben der Pandemie bei einem Einmal-Effekt bleiben. Er rechne nicht damit, dass sich ein Preisauftrieb verfestige.

Spekulationen auf eine anziehende Inflation und einen vorzeitigen Ausstieg der Notenbanken aus ihrer ultra-lockeren Geldpolitik haben einen Ausverkauf am Anleihemarkt ausgelöst. Powell konnte mit seinen Äusserungen die Inflationssorgen nicht dämpfen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen schraubte sich um weitere fünf Basispunkte nach oben auf 1,535%. Einige Investoren hatten mit Signalen bezüglich einer Aufstockung der Anleihekäufe der Fed gerechnet.

Powell bekräftigte, dass die US-Wirtschaft angesichts der Virus-Krise noch für eine geraume Zeit auf Hilfen der Währungshüter angewiesen sei. Die US-Notenbank greift der US-Konjunktur derzeit unter anderem mit sehr niedrigen Zinsen und monatlichen Wertpapierkäufen im Volumen von 120 Mrd. $ unter die Arme.

Der Fed-Chef zeigte sich auf dem Online-Forum mit Blick auf den jüngst zu beobachtenden Renditeanstieg gelassen: Der sei zwar «bemerkenswert» ausgefallen, doch sehe er darin keine «ungeordnete» Bewegung. Daher gebe es keine Notwendigkeit für die Fed, stärker am Markt zu intervenieren – etwa indem die Wertpapierkäufe forciert würden. «Unsere derzeitige geldpolitische Haltung ist angemessen», betonte Powell. An eine Zinserhöhung sei erst in einem Umfeld zu denken, in dem die Wirtschaft sich praktisch wieder von der Corona-Krise erholt habe, sagte der Präsident der Fed, die sich am 17. März zu ihrer nächsten Zinssitzung trifft. «Realistischerweise betrachtet, wird das noch geraume Zeit dauern», fügte er hinzu.