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Fed erörterte auch grössere Zinssenkung

Gemäss dem Protokoll zur jüngsten Zinssitzung wollte die amerikanische Notenbank im Juli den Eindruck vermeiden, einen Senkungszyklus angefangen zu haben.

(Reuters) Die US-Notenbank hat auf ihrer jüngsten Sitzung auch stärkere Zinssenkungen als bislang geplant ins Auge gefasst. Die Währungshüter stimmten aber auf dem Treffen am 30. und 31. Juli darin überein, den Eindruck zu vermeiden, dass sie sich bereits auf dem Weg zu weiteren Zinsschritten nach unten befinden, wie aus dem Protokoll der Juli-Sitzung hervorgeht, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Eine Reihe von Teilnehmern deutete demnach auf dem Treffen an, dass sie eine stärkere Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt bevorzugt hätten. Diese waren laut Protokoll vor allem wegen der aus ihrer Sicht zu niedrigen Inflation besorgt.

Das Federal Reserve hatte Ende Juli zum ersten Mal seit der Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt den Leitzins um einen Viertel Prozentpunkt auf 2 bis 2,25% gesenkt. Damit reagierten die Dollar-Wächter auf den von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelsstreit, der zunehmend auf die Weltwirtschaft und auch auf die heimische Konjunktur durchschlägt. Für Trump war der Schritt aber nicht ausreichend. Erst am Montag forderte er auf Twitter (TWTR 38.99 -1.57%) von der Fed eine Zinssenkung um mindestens einen vollen Prozentpunkt, um die Wirtschaft anzuschieben.

«Die Teilnehmer bevorzugten insgesamt eine Vorgehensweise, bei der die Geldpolitik von eingehenden Informationen angeleitet wird», hiess es im Protokoll. Demzufolge wollten die Notenbanker zugleich nicht den Eindruck hervorrufen, dass sich die Fed schon auf einem festgelegten Kurs befindet.

An den Finanzmärkten wird inzwischen allgemein erwartet, dass die Notenbank im September den Leitzins erneut nach unten setzt. Bis zum Jahresende werden zur Zeit zwei bis drei Zinssenkungen erwartet. Weiteren Aufschluss über den künftigen Zinspfad erhoffen sich Investoren von der am Donnerstag beginnenden Notenbank-Konferenz der Fed in Jackson Hole in Wyoming. Mit besonderer Spannung wird dabei der Auftritt von Notenbank-Chef Jerome Powell am Freitag erwartet.

Experten hatten für das Wirtschaftswachstum im laufenden dritten Quartal zuletzt nur noch ein Wachstum von weniger als 2% erwartet. Noch zu Jahresbeginn hatte die Wirtschaftsleistung in den USA um 3,1% zugelegt. Im Frühjahr reichte es dann nach vorläufigen Daten nur noch zu einem Wachstum von 2,1%.

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