Märkte / Makro

Fed legt individuelle Kapitalvorgaben für Grossbanken fest

Nach dem jüngsten Stresstest ordnet die US-Notenbank für die grossen Geldhäuser in den USA individuelle Kapitalanforderungen an.

(Reuters) Die US-Notenbank Fed hat nach ihrem umfassenden Stresstest individuelle Kapitalvorgaben für die grossen Geldhäuser in den USA festgelegt. Unter den Instituten mit einer Bilanzsumme von mehr 100 Mrd. $ erhielten die Investmentbanken Goldman Sachs (GS 191.62 -1.23%) und Morgan Stanley (MS 47.63 -1.51%) die höchsten Vorgaben: Sie müssen «harte» Kernkapitalquoten (CET1) von 13,7 beziehungsweise 13,4%  vorhalten, wie die Federal Reserve am Montag mitteilte. Die Vorgaben werden ab dem 1. Oktober wirksam.

Die Fed hatte in ihrem Stresstest 34 Institute auf Herz und Nieren geprüft. Als Konsequenz aus der Finanzkrise 2008/09 testet sie jedes Jahr, wie die grossen, in den USA aktiven Häuser mit einer Wirtschaftskrise zurechtkämen. In diesem Jahr prüfte sie ausserdem die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Kapital der Banken und veröffentlichte die Ergebnisse Ende Juni. Ihr Fazit: Grundsätzlich könnten die Institute einen schweren, stürmischen und lang anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung überstehen. Um die Krise zu meistern, sollen sie aber bis mindestens zum vierten Quartal auf Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe verzichten.

Die neuen Vorgaben der Fed ergeben sich aus den Mindest-Kapitalanforderungen von 4,5% und dem neuen Stress-Kapitalpuffer, für den die Fed zum ersten Mal die individuellen Vorgaben veröffentlichte. Dessen Höhe bestimmt sich danach, wie gut jede einzelne Bank mit einer schweren Wirtschaftskrise zurechtkommt. Das niedrigste verlangte Polster liegt bei 2,5%. Gleich mehrere Institute, darunter die Citigroup (C 43.29 -1.46%), bekamen diese Vorgabe. Den höchsten Stress-Kapitalpuffer verlangt die Fed von der US-Tochter der Deutschen Bank mit 7,8%. Von der grössten US-Bank JPMorgan Chase (JPM 94.27 -1.09%) fordert die US-Notenbank 3,3%.

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