Märkte / Makro

Fed sieht leichte Aufhellung

Gemäss dem Konjunkturbericht der US-Notenbank sind die amerikanischen Konsumenten guter Dinge. In der Industrie macht sich hingegen die geringe Nachfrage aus dem Energiesektor bemerkbar.

Christoph Gisiger, New York

In den meisten Regionen der Vereinigten Staaten ist die Wirtschaft weiterhin auf Expansionskurs. Zu diesem Schluss kommt der neuste Konjunkturbericht des Federal Reserve. «Überall im Land waren die kontaktierten Unternehmen generell optimistisch, was das künftige Wirtschaftswachstum betrifft», hält das sogenannte Beige Book fest.

In der Berichtsperiode von Anfang Januar bis gegen Ende Februar hat sich vor allem der Konsum erfreulich entwickelt. «Die Ausgaben der Verbraucher nahmen in den meisten Distrikten zu, wobei Kansas City und Dallas allerdings eine gewisse Abschwächung registrierten», heisst es dazu im Fed-Bericht.

Weniger gut sind die Nachrichten aus dem verarbeitenden Gewerbe, wo es weitgehend zu einer Stagnation kam. «Die meisten Distrikte berichteten, dass die schwache Nachfrage aus dem Energiesektor für Unternehmen aus der Industrie eine signifikante Belastung war», steht im Beige Book. Zudem hätten der feste Dollar und die Abkühlung der Weltwirtschaft in vielen Regionen die Exporte negativ beeinflusst.

Wirtschaft läuft etwas besser

Das Beige Book ist für die amerikanische Notenbank ein wichtiger Anhaltspunkt, um den weiteren Kurs der Geldpolitik zu bestimmen. Nachdem die Wirtschaft in den USA im vierten Quartal lediglich 1% gewachsen ist, zeigt das Echtzeitmodell der Fed-Distriktnotenbank Atlanta für das erste Quartal gegenwärtig eine leichte Beschleunigung auf 1,9% an.

Für Erleichterung sorgte im früheren Verlauf der Woche der ISM-Einkaufsmanagerindex zum verarbeitenden Gewerbe . Mit 49,5 signalisiert er für Februar zwar bereits den fünften Monat in Folge eine Kontraktion in der Industrie. Ökonomen hatten jedoch mit einem noch schlechteren Wert gerechnet. Zudem verbesserten sich die meisten Subkomponenten des Index.

Wichtig für den nächsten Zinsentscheid am 16. März wird ebenso der ISM-Index zum Dienstleistungssektor sein. Er wird am Donnerstag veröffentlicht und hat sich im Januar deutlich auf 53,5 abgeschwächt. An Wallstreet wird für Februar mit einem weiteren Rückgang auf 53,1 gerechnet. Im Industrie- wie im Dienstleistungsbereich bedeuten Werte über 50 eine Expansion.

Fokus richtet sich auf Arbeitsmarkt

Noch grössere Bedeutung kommt am Freitag dem monatlichen Bericht zum Arbeitsmarkt zu. Nachdem die US-Wirtschaft im Januar 151’000 neue Stellen geschaffen hat, prognostizieren Ökonomen für Februar eine weitere Zunahme von 195’000 Jobs und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,9%. Wichtig wird ebenso die Entwicklung der Löhne sein, die mit 2,5% zuletzt schneller als erwartet gestiegen sind.

An den Börsen in New York zeigten Investoren am Mittwoch erneut Zuversicht. Der Leitindex S&P 500 avancierte in den letzten Handelsstunden und schloss 0,4% im Plus auf 1986,45. Zu den grössten Gewinnern zählten Energiewerte wie ExxonMobil und ConocoPhillips. Am Bondmarkt stieg die Rendite auf zehnjährige Treasuries zwei Basispunkte auf 1,85%.