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Fed sieht mässiges Wirtschaftswachstum

Dem jüngsten Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed zufolge treibt die meisten Unternehmen derzeit keine Rezessionsangst um.

(Reuters) Die US-Wirtschaft hat laut der amerikanischen Zentralbank zuletzt ein eher mässiges Tempo angeschlagen. Zugleich teilten die Währungshüter am Mittwochabend in ihrem Konjunkturbericht «Beige Book» mit, dass die meisten Unternehmen derzeit keine Rezessionsangst umtreibt. «Obwohl weiter Sorgen wegen der Unsicherheit bezüglich der Zölle und Handelspolitik bestehen, ist die Mehrheit der Gesellschaften optimistisch, was den kurzfristigen Ausblick betrifft», heisst es in dem Bericht.

Experten richten ihr Augenmerk auf das Beige Book, da am 18. September der mit Spannung erwartete geldpolitische Entscheid des Federal Reserve ansteht: Es wird eine weitere Zinssenkung erwartet, mit der sich die Währungshüter gegen die Konjunkturabkühlung stemmen dürften. Zuletzt hatte das Fed Ende Juli den geldpolitischen Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt auf die Spanne von 2 bis 2,25% gekappt.

Das US-Wirtschaftswachstum hat sich im Frühjahr spürbar verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit einer annualisierten Rate von 2%. Zu Jahresbeginn waren es noch 3,1%. Zuletzt hatte es zudem negative Nachrichten aus der Industrie gegeben: Sie schrumpfte im August einer Unternehmensumfrage zufolge erstmals seit 2016 wieder. Das Fed konstatiert im Beige Book ebenfalls, dass sich die Wirtschaftsaktivität in diesem Sektor seit Veröffentlichung des vorigen Konjunkturberichts verlangsamt habe.

Der Chef des Fed-Bezirks Minneapolis, Neel Kashkari, ist der Ansicht, dass die Notenbank wohl weiter an der Zinsfront aktiv werden muss: «Falls die Investitionen weiter einbrechen, wenn die Rezessionswarnlichter weiter brennen, dann müssen wir als Federal Reserve meiner Meinung nach das tun, was wir können, um die Konjunktur am Laufen zu halten.»

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