Märkte / Makro

Fed startet Tapering

Die US-Zentralbank will wie erwartet ihr Anleihenkaufprogramm zurückfahren. Erst nach seinem Ende im kommenden Sommer dürfte es zu einer Leitzinserhöhung kommen.

Die US-Zentralbank hat die Wende in der Geldpolitik eingeleitet. Der Offenmarktausschuss des Federal Reserve (Fed) hat nach seiner Sitzung am Mittwochnachmittag wie erwartet angekündigt, sein Wertschriftenkaufprogramm zurückzufahren (engl.: Tapering).

Wie am Markt erwartet will das Fed nun im November und Dezember je 10 Mrd. $ weniger an US-Staatsanleihen (Treasuries) und 5 Mrd. $ weniger an hypothekarbesicherten Wertpapieren kaufen. Fed-Präsident Jerome Powell sagte am Mittwoch, dieses Tempo dürfte auch in den kommenden Monaten des neuen Jahres gehalten werden.

Das würde das Kaufprogramm, wie von Powell bereits angedeutet, im Juni 2022 komplett auslaufen lassen. Wie das Fed mitteilt, sei es aber «bereit, das Kauftempo anzupassen, wenn dies aufgrund von Veränderungen der wirtschaftlichen Aussichten gerechtfertigt ist». Das sei laut Ian Shepherdson, Chefökonom von Pantheon Macroeconomics, ein Zugeständnis an die «Falken» im Fed, die sich ob der gestiegenen Inflation besorgt zeigen.

Zinsen unangetastet

Das Fed startete sein Kaufprogramm im März 2020, um vor dem Hintergrund der Coronapandemie die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte zu gewährleisten. Seitdem kaufte es monatlich mindestens 80 Mrd. $ an Treasuries und 40 Mrd. $ an hypothekarbesicherten Wertpapieren, um die Zinsen niedrig zu halten. Zusammen mit den Aktivitäten nach der Finanzkrise 2009 hat es mittlerweile 5,5 Bio. $ an Wertpapieren angehäuft und ist der grösste US-Anleihenkäufer der Welt.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?