Märkte / Makro

Fed stellt sich für längere Zeit auf Krisenhilfe ein

Die Währungshüter sehen sich noch weit von ihren Zielen Vollbeschäftigung und Preisstabilität entfernt.

(Reuters) Angesichts der Jobmisere in den USA sieht sich die US-Notenbank Fed noch längere Zeit als Nothelferin in der Corona-Krise gefragt. Die Währungshüter wähnen sich noch weit von ihren Zielen Vollbeschäftigung und Preisstabilität entfernt, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung vom Januar hervorgeht. Damals hatten sie beschlossen, die Konjunktur weiter mit monatlichen Wertpapierkäufen im Volumen von 120 Mrd. $ zu stützen. Diese sollen erst zurückgefahren werden, wenn sich die Lage am Jobmarkt durchgreifend verbessert und die Inflation wie gewünscht anzieht. Viele an der Fed-Spitze befürchten jedoch, dass es noch geraume Zeit dauern wird, bis «substanzielle Fortschritte» in dieser Hinsicht erreicht sind.

Mehrere Fed-Führungsmitglieder machten dabei deutlich, dass die Notenbank eine geplante Veränderung des Tempos der Käufe mit einem deutlichen zeitlichen Vorlauf ankündigen müsse. US-Notenbankchef Jerome Powell hat jüngst angesichts der Jobmisere eine nationale Anstrengung zur Überwindung der Krise gefordert. Derzeit seien die USA mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 6,3% sehr weit entfernt von einem starken Arbeitsmarkt. An einen Entzug der geldpolitischen Unterstützung sei nicht zu denken.

US-Präsident Joe Biden hat ein billionenschweres Pandemie-Paket geschnürt, um etwa Arbeitslosen besser über die Krise hinwegzuhelfen und damit auch den Konsum weiter anzukurbeln. Mit der Schubkraft des Programms wird die US-Wirtschaft nach Ansicht von Ökonomen binnen eines Jahres das Vorkrisenniveau erreichen