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Fed lässt sich beim digitalen Dollar alle Optionen offen

Die US-Notenbank zeigt sich in einem Positionspapier zurückhaltend bei Einführung einer digitalen Version des Dollars.

(Reuters) Die US-Notenbank Fed hält sich in ihrem seit langem erwarteten Positionspapier zur Einführung einer digitalen Version des Dollars zurück. In der am Donnerstag veröffentlichten Analyse gab die Fed keine politischen Empfehlungen und liess auch ihren Standpunkt offen, ob eine digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currencies, CBDC) eingeführt werden sollte.

Gleichwohl listete die Fed Vor- und Nachteile auf, die ein digitaler Dollar aus ihrer Sicht hätte. So könne er Zahlungen beschleunigen und Haushalten eine sichere Zahlungsmöglichkeit bieten. Allerdings berge er auch Risiken für die Finanz-Stabilität und es gebe Bedenken beim Datenschutz. Die Regierung müsse zudem weiter in der Lage sein, illegale Finanzströme zu bekämpfen. Das Papier war 2021 von Fed-Chef Jerome Powell angekündigt worden.

Im Gegensatz zu Kryptowährungen, die in der Regel von privaten Akteuren betrieben werden, würden CBDCs von der Zentralbank ausgegeben und unterstützt. Deren Einführung wird von Währungshütern rund um den Globus geprüft. Denn das bestehende Zahlungssystem hat Mängel. So laufen Transaktionen von Privatkunden und Firmen über Konten bei Banken und Notenbanken. In eine Überweisung sind damit meist mehrere Institute eingebunden. Geldtransfers über Landesgrenzen hinweg können deshalb langsam, teuer und fehleranfällig sein. Dass das auch anders geht, zeigt sich bei privaten Kryptowährungen wie Bitcoin. Sie beruhen auf der Technologie Blockchain. Das ist ein fälschungssicheres, digitales Transaktions-Register, bei dem Mittler wie Banken nicht mehr notwendig sind. Geldströme laufen direkt zwischen zwei Parteien. Ein Nachteil von Kryptowährungen liegt aber in deren enormen Wertschwankungen. Der Wert eines ebenfalls auf Blockchain basierenden digitalen Zentralbankgeldes soll dagegen so stabil wie der von Banknoten sein.