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Federal Reserve warnt vor zweiter Welle

Gemäss dem Protokoll zur jüngsten Zinssitzung sieht die amerikanische Notenbank die Gefahr für weitere Ausbruchswellen des Coronavirus.

(Reuters) Das Federal Reserve befürchtet weitere Wellen der Coronaviruspandemie. Dies geht aus den Protokollen der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses von Ende April hervor. Eine Reihe von Teilnehmern sehe «kurz- oder mittelfristig eine substanzielle Wahrscheinlichkeit von zusätzlichen Wellen des Ausbruchs», heisst es in den am Mittwoch veröffentlichten Mitschriften.

Die US-Notenbank hatte angekündigt gegen die von der Krise ausgelöste Rezession alles in die Waagschale zu werfen. Die Währungshüter hatten Ende April zwar den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25% belassen. Sie gelobten zugleich, die gesamte Bandbreite der Instrumente zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Die Notenbank werde sie «kraftvoll, vorausschauend und aggressiv» einsetzen, hatte Fed-Chef Jerome Powell damals in einer Videokonferenz nach dem Beschluss gesagt.

Powell betonte vor wenigen Tagen, dass die Erholung der Konjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres fortschreiten dürfte, sollte eine zweite Welle ausbleiben. Die Krise trifft die weltgrösste Volkswirtschaft mit voller Wucht. Die Arbeitslosigkeit stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein im April gingen 20,5 Mio. Jobs verloren. Die US-Regierung geht sogar davon aus, dass rund 7,5 Mio. Arbeitslose gar nicht in der Statistik auftauchen.

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