Märkte / Makro

Fed will flexibel bleiben

Die amerikanische Zentralbank wird anhand der künftigen Wirtschaftsdaten entscheiden, wie der Zinspfad aussieht. Eine abwartende Haltung sei in der aktuellen Situation richtig.

(Reuters) Trotz der jüngst ausgerufenen Zinspause ist die Strategie der US-Notenbank nicht in Stein gemeisselt. Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der März-Sitzung geht hervor, dass eine Reihe von Währungshütern darauf drängen, die eingeschlagene Linie von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Mehrere der Mitglieder in dem über die Zinsen entscheidenden Offenmarktausschuss (FOMC) machten deutlich, dass sie ihre Entscheidungen flexibel an der weiteren Entwicklung auszurichten gedenken.

Je nachdem wie die Konjunkturdaten ausfallen, könnten sie demnach durchaus auch eine Senkung oder bei Bedarf eine Erhöhung der Zinsen ins Auge fassen. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell planen nach einem wahren Zinsfeuerwerk von neun Erhöhungen binnen drei Jahren vorerst jedoch eine Pause, wie sie auf der März-Sitzung signalisierten. Als Grund führen sie die unsicheren Konjunkturaussichten an, die auch vom US-Handelsstreit und dem Brexit getrübt werden. Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder geht laut der Sitzungsmitschrift davon aus, dass sich dieses Jahr an der Zinsfront nichts mehr tun wird.

Erst 2020 könnte noch eine Anhebung kommen, wie aus dem im März veröffentlichten Zinsausblick der Währungshüter hervorgeht. Dieser wird alle drei Monate aktualisiert. Neben den parallel dazu veröffentlichten Projektionen zur Konjunkturentwicklung und Inflation gibt er den Finanzmärkten eine wichtige Orientierungshilfe zur Geldpolitik. Wie aus den Protokollen hervorgeht, hat Powell einen Ausschuss damit beauftragt, Wege auszuloten, wie diese Kommunikation verbessert werden kann. Der Leitzins liegt derzeit in der Spanne von 2,25 bis 2,5 %. Er ist damit in etwa auf einem Niveau, das die Wirtschaft laut Powell weder anschiebt noch bremst.

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