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Fed will mit Niedrigzins durch die Krise steuern

Die US-Notenbank will ihren Zinskorridor von null bis 0,25% vorerst beibehalten. Dies geht aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll hervor.

(Reuters) Die US-Notenbank Fed erwartet einen Konjunktureinbruch im Sog der Viruskrise und stemmt sich mit ihrem Niedrigzins dagegen. Dies geht aus den Protokollen der Sitzung vom 15. März hervor, die bereits unter dem Eindruck der Virus-Pandemie ausser der Reihe und als Videokonferenz abgehalten wurde. Die meisten Währungshüter waren sich demnach einig, dass es angemessen sein dürfte, den auf der Konferenz beschlossenen Zinskorridor von null bis 0,25% vorerst beizubehalten. Eine Änderung komme erst in Frage, wenn Zuversicht darüber herrsche, dass die Wirtschaft die Krise gemeistert habe und der Arbeitsmarkt wieder auf dem Weg zur Vollbeschäftigung sei.

Die Viruskrise hat den jahrelang boomenden US-Jobmarkt jäh auf eine Talfahrt Richtung Massenarbeitslosigkeit geschickt. Im März wurden 701’000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft abgebaut. Und in der zweiten Monatshälfte beantragten rund zehn Millionen Amerikaner staatliche Arbeitslosenunterstützung.

Alle Teilnehmer der Fed-Sitzung von Mitte März waren sich laut Protokoll einig, dass sich der Konjunkturausblick deutlich eingetrübt habe. Sie erwarteten ein Schrumpfen der Wirtschaft im Frühjahr. Wann es zur Rückkehr zum Wachstum komme, hänge stark davon ab, wie sich die Massnahmen zur Eindämmung des Virus bewährten und auch wie die Haushaltspolitik zur Bewältigung der Wirtschaftskrise beitrage.

Wegen der heraufziehenden Viruskrise hatte die Fed den Leitzins im März ausserhalb der üblichen Sitzungstermine in zwei Schritten Richtung null Prozent geschleust. Zudem legte sie ein breit angelegtes Programm auf, mit dem der Kreditfluss an Haushalte und Firmen abgesichert werden soll. Überdies weitete sie ihre bereits umfangreichen Wertpapierankäufe aus.

Der Chef des Fed-Bezirks Richmond, Thomas Barkin, erwartet, dass die USA in eine tiefe Rezession stürzen werden. Die Frage, wie lange sie dauern werde, hänge davon ab, wann die Konsumlaune der Verbraucher zurückkehre, erklärte er am Mittwoch in einem Post auf der Webseite der Richmond-Fed. Er könne sich derzeit nicht vorstellen, dass das Arbeitsleben wieder in Gang komme, bevor die Infektionszahlen sänken. Daher könne es Mai oder sogar später werden, bis sich die Arbeitswelt wieder normalisiere.