Das Santo Niño de Cebú wirkt Wunder. Kein Wunder, dass es Jahr für Jahr den Gläubigen gezeigt wird – ein Volksfest auf der philippinischen Insel Cebu. Dass auf diesem asiatischen Archipel eine katholische Prozession in spanischer Kluft zum Kulturerbe gehört, reicht ein halbes Jahrtausend zurück. 1519 segelte Ferdinand Magellan, ein Portugiese in Diensten der spanischen Krone, von Sevilla aus westwärts, um die Welt zu umrunden. Er umschiffte Kap Hoorn und erreichte 1521 die Insel Leyte (wo 1944 eine entscheidende Seeschlacht zwischen den USA und Japan tobte). Magellan schenkte die Christusstatue einem lokalen Rajah, gleich zu dessen Taufe. 1543 erreichte ein anderer spanischer Seemann, Ruy López de Villalobos, die Insel Luzon. Auch er taufte: Das Gewirr aus Eilanden – auf «Las Islas Filipinas», zu Ehren des damaligen spanischen Königs Felipe II. 1565 eignete sich Spanien die Philippinen formell an. Ende des 19. Jahrhunderts verdrängten die USA die alten Kolonialherren. Neuerdings will der philippinische Präsident Rodrigo Duterte den Namen des Landes, nun ja: philippinisieren. Maharlika soll es künftig heissen. Zum Wohl des Volkes, gewiss. Zur Betrübnis des spanischen Königs von heute, Felipe VI.