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Fettsäuren

Gesunde, intelligente, sehkräftige Kinder – das Biotechnologieunternehmen Martek Biosciences (Nasdaq MATK, 57.42$) hilft, diesen Elterntraum zu erfüllen. In den vergangenen Jahren hat die Forschung viel über die Bedeutung von Fetten und Fettsäuren (Lipiden) für Menschen gelernt. Besonders mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst produzieren kann, spielen eine wichtige Rolle, zum Beispiel in der Aufnahme von Vitaminen. Für Babys sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren besonders wichtig für die Entwicklung des Gehirns und der Augen.
Studien zeigen, dass mit Pulverpräparaten ernährte Babys in ihrem Körper weniger Arachidonsäure (ARA) und Docosahexaensäure (DHA) – zwei wichtige Lipide – aufwiesen als die, die mit Muttermilch ernährt wurden. 2002 begann die Babynahrungsindustrie daher, ihren Pulverpräparaten DHA- und ARA-Öle beizumischen. Martek Biosciences stellt diese Öle her. Es ist das einzige Unternehmen, das von der US-Gesundheitsbehörde FDA für seine Produkte das Sicherheitsplazet zur Verwendung in Kleinkindernahrung erhalten hat, und hat mit allen wichtigen Babynahrungsherstellern – Nestlé, Wyeth, Ross/Abbott Labs und Mead Johnson – Lieferverträge abgeschlossen. Die Konzerne haben den Marktwert der mit gesunden Fettsäuren angereicherten Babynahrung erkannt und bewerben die Produkte intensiv. In den USA werden bereits fünfzehn DHA/ARA-angereicherte Babypulver verkauft, die einem Marktanteil von über 40% entsprechen. Vor einem Jahr waren es 15%.
Marteks Hauptproblem sind ungenügende Produktionskapazitäten. Derzeit baut das Unternehmen ein zweites DHA-Werk in Kentucky, die Herstellung von ARA-Ölen wurde an die niederländische DSM ausgelagert. DSM, die bislang für Martek in Italien produzierte, verlegt ihre Anlagen auf Anfang 2004 in das mit der Roche-Vitaminsparte übernommene Werk in New Jersey. Martek profitiert davon doppelt: Es kann mehr und näher am Heimmarkt produziert werden, und der Währungsdruck auf die Margen entfällt.
Im Babynahrungsmarkt ist Martek der Durchbruch gelungen. Bereits wird an Anwendungen für Zusätze zu Kinderjogurt und -müesli sowie zu Vitaminpräparaten für werdende Mütter geforscht. Im Fiskaljahr per Ende Oktober dürfte Martek 113 Mio.$ Umsatz und 16 Mio.$ Gewinn erwirtschaftet haben. Über die nächsten zwei Geschäftsjahre wird sich der Umsatz gemäss Schätzungen auf über 300 Mio.$ und der Gewinn pro Aktie auf 2.42$ ausweiten.MD

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