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Finma springt auf Fintech-Zug auf

Die Finanzmarktaufsicht steht mittlerweile in direktem Kontakt mit jungen Finanztechnologie-Unternehmen, wie ein Finma-Vertreter am FuW-Forum erzählt. Der Regulator will von der Politik eine Änderung der Regulierung.

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) stösst in die neue Welt der Finanztechnologie (Fintech) vor. Reagierte sie in der Vergangenheit gerade der Start-up-Szene gegenüber abweisend und betonte vor allem Risiken, hat sie sich in den vergangenen Wochen geöffnet. «Fintech ist kein Hype, sondern ein Megatrend, den wir begleiten wollen», sagte Rupert Schaefer, Leiter strategische Grundlagen bei der Finma, am FuW-Forum am Mittwoch.

Bereits Finma-Chef Mark Branson nahm vor kurzem das Thema Fintech auf und plädierte für die Einführung einer Banklizenz «light» für diese jungen Unternehmen. «Wir konkretisieren jetzt die Vorschläge und werden die Idee an den Bundesrat weiterleiten», sagte Schaefer im Podiumsgespräch mit FuW-Redaktor Pascal Meisser.

Es gebe mittlerweile eine dynamische, organisierte Start-up-Szene in der Schweiz, mit der man jetzt im Austausch stehe. Teilweise sei die Regulierung in der Schweiz jahrzehntealt und nicht auf die digitale Welt zugeschnitten. «Wir wollen technologieneutral sein», so Schaefer. Wo es Hindernisse gebe, die sich nicht mehr vernünftig rechtfertigen liessen, müssten sie abgebaut werden.

Dabei schaue man auch auf ausländische Regulatoren, beispielsweise auf die britische FCA. Sie sieht sich nicht nur als Regulator, sondern auch als Anwalt der Konsumenten und kann direkt Unternehmen herauspicken und fördern. Diese Rolle sieht Schaefer für die Finma allerdings nicht, ihr Mandat gebe dies auch gar nicht her.

Man baue allerdings gerade das Fintech-Know-how aus, um den Anliegen der Fintech-Unternehmen besser zu begegnen und mit diesen in Zukunft besser zu kommunizieren. Auftritte von Finma-Vertretern an Fintech-Anlässen wie am Donnerstag können in diesem Zusammenhang zumindest als positives Zeichen gewertet werden.