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Finma und BA ermitteln

In den Verfahren gegen Hans Ziegler steht ein Entscheid noch aus.

Handeln Manager mit den Papieren der von ihnen geleiteten Gesellschaften, müssen sie dies in einem eng geregelten Rahmen tun. Entsteht der Verdacht auf Insiderhandel, kommen die Finanzmarktaufsicht (Finma) und die Bundesanwaltschaft (BA) ins Spiel.

Die Bundesanwaltschaft bearbeitet zahlreiche Fälle in dem Bereich. Im Zentrum des aktuell bekanntesten Falles steht der in der Wirtschaftswelt als Sanierer bekannte Manager Hans Ziegler. Dabei geht es um Geschäfte mit Titeln von diversen in der Schweiz kotierten Unternehmen.

Keine Angaben zum Zeitplan

Finma und Bundesanwaltschaft bestätigen auf Anfrage von «Finanz und Wirtschaft», dass das aufsichtsrechtliche Verfahren und das Strafverfahren gegen Ziegler «weiterhin laufen». Beide Behörden äussern sich nicht über den Stand des Verfahrens und den zeitlichen Rahmen. Die Bundesanwaltschaft weist lediglich auf den dynamischen Charakter solcher Verfahren hin, «die nicht von der Behörde allein beeinflusst werden».

Ziegler war wegen der Verfahrenseröffnung Ende 2016 von seinen Verwaltungsratsmandaten bei OC Oerlikon (OERL 9.3650 -2.14%) und Schmolz + Bickenbach zurückgetreten. Auch aus dem Aufsichtsrat des deutschen Konzerns Kuka (KU2 73.00 +0.00%), zu dem Swisslog gehört, zog er sich zurück.

Der Karriereweg hatte Ziegler 1996 zur maroden Interdiscount geführt, wo er für die Aktionäre und die Obligationäre deutlich mehr herausschlug, als zu erwarten war. Medienwirksam war Zieglers Funktion bei der Erb-Gruppe. Er wurde 2003 CEO, als das Unternehmen bereits lichterloh brannte, und es blieb ihm nur noch dessen Abwicklung. Sechs Jahre später gelang es ihm, die in Schieflage geratene OC Oerlikon zu stabilisieren.

Neunzig Abklärungen

2016 führte die Finma 90 Abklärungen bezüglich Insiderhandel durch, nach je 93 in den beiden Vorjahren. Sie erliess dabei eine Verfügung im Bereich Marktaufsicht (Insiderhandel und Marktmanipulation). 2015 und 2014 konnten elf bzw. sechs Enforcement-Verfahren abgeschlossen werden. Die Finma geht jährlich im Schnitt weit über hundert Verdachtshinweisen auf Insider-Delikte nach.

Ist aufgrund der Erkenntnisse ein Strafverfahren angezeigt, übernimmt die Bundesanwaltschaft. Seit Mai 2013 wurden acht Verfahren wegen Insiderhandels rechtskräftig abgeschlossen. Daraus ergingen sechs Strafbefehle und zwei Urteile des Bundesstrafgerichts.