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Fintech-Kapital vor allem in eine Übernahme geflossen

Valentin Ade
Einen dreistelligen Millionenbetrag haben Schweizer Fintech-Start-ups 2016 anziehen können. Als Standort schwingt Zürich obenaus.

Im Jahr 2016 wurden in der Schweiz 168,05 Mio. Fr. in die Start-ups der Finanztechnologie investiert. Dies geht aus einer Untersuchung des Swisscom-Think-Tank E-Foresight und der Hochschule Luzern hervor.

Den Grossteil des Betrags – 107 Mio. Fr. – warf der Versicherer Helvetia (HELN 517 0.19%) für die Übernahme der Online-Plattform Moneypark auf.

Der kleinere Teil – 61,05 Mio. Fr. – floss in Form von Wagniskapital (Venture Capital) in die Fintech-Jungunternehmen. Auf diese Weise wurde im vergangenen Jahr in 37 Investitionsrunden Geld in Start-ups gesteckt. «Für 2017 kann erwartet werden, dass die Investitionen weiter ansteigen», schreiben die Experten.

International stellt die Schweiz damit nur einen Bruchteil des Gesamtvolumens dar. Weltweit sind vergangenes Jahr rund 25 Mrd. $ in den Fintech-Bereich geflossen. Global stechen dabei – kaum überraschend – die USA hervor.

In Europa hat diesbezüglich das Vereinigte Königreich (UK) die Nase vorn. Betrachtet man hingegen die Investitionsrunden, liegt die Schweiz vor Deutschland und den skandinavischen Ländern auf Platz zwei.

Vor allem der Versicherungsbereich wurde im vergangenen Jahr von den Kapitalgebern bedacht. Mit fünf Investitionsrunden wurden hier zwar nicht die meistens Deals abgeschlossen, dafür aber die potentesten. Zu erwähnen ist dabei beispielsweise die Versicherung-App FinanceFox, die zu Beginn des Jahres 5,5 Mio. $ eingesammelt hat.

Die mittlere Investitionsrunde im Versicherungsbereich beträgt 7,5 Mio. Fr. Der Durchschnitt aller Bereiche liegt bei 1,7 Mio. Fr. «Daraus lässt sich ableiten, dass den Start-ups aus dem Bereich Insurance ein hohes Wachstumspotenzial zugesprochen wird», schreiben die Autoren.

Punkto Anzahl Deals haben hingegen Crowdfunding-Start-ups die Nase vorn. Das spreche für viele Jungunternehmen in einer frühen Phase in diesem Bereich und für eine zunehmende Aktivität in der Zukunft.

Private Investoren bilden heute noch die Mehrheit unter den Kapitalgebern, wenn es um die Anzahl der Deals geht. Das meiste Kapital kommt allerdings von den professionellen Venture-Capital-Firmen.

Unternehmen würden sich heute bisher oft nur als Minderheitsaktionäre an Start-ups beteiligen. Die Experten glauben allerdings, dass die Rolle der Grossen als Käufer oder Finanzierer der Kleinen in Zukunft zunehmen werde.

Finanzinstituten raten die Experten von E-Foresight, Beteiligungen und Übernahmen von Start-ups zu prüfen, um sich anorganisches Wachstum und Zugang zu Innovationen zu sichern.

Bei der Standortfrage hat in der Schweiz Zürich die Nase vorn. Nicht nur sitzen hier die meisten Fintech-Start-ups, auch das meiste Kapital fliesst in die Limmatstadt.