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Fitch: Deutsche Bank runter – UBS hoch

Die Ratingagentur Fitch zweifelt an der Strategieumsetzung der deutschen Grossbank und senkt die Bonitätsnote. Von der UBS haben die Analysten ein besseres Bild.

(Reuters) Neuer Rückschlag für die Deutsche Bank: Bei der Überprüfung der Bonitätsnoten von zwölf weltweit aktiven Grossbanken durch die Ratingagentur Fitch schnitt das deutsche Geldhaus als einziges schlechter ab als bisher.

Wegen des anhaltend Drucks auf die Ergebnisse der Deutschen Bank und der langwierigen Umsetzung der Strategie stufte Fitch das langfristige Rating auf «BBB+» von «A-» herunter, wie die Bonitätswächter in der Nacht zum Freitag erklärten.

Die Bonitätsnote für die Schweizer Grossbank UBS (UBSG 15.85 -0.16%) hoben sie um eine Stufe auf «A+» an, bei den übrigen Instituten blieb die Einstufung unverändert und lag ebenfalls im A-Bereich.

Damit bescheinigt Fitch den Konkurrenten der Deutschen Bank eine gute bis sehr gute Bonität, bei Deutschlands grösstem Geldhaus wird sie nur als zufriedenstellend eingestuft. Bei allen zwölf Instituten ist der Ausblick stabil.

Die Deutsche Bank habe mit ihrem Umbau später begonnen als die meisten Wettbewerber und einen weiteren Weg vor sich als die Konkurrenz, erklärte die Analysten von Fitch.

Sie rechnen nicht mehr mit einer deutlichen Erholung der Erträge in diesem Jahr und erwarten insbesondere für die Eingliederung der Postbank weitere Restrukturierungskoten, die das Ergebnis belasten werden. Es werde eine Weile dauern, bis die Bank ihre Gewinnziele erreichen könne.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte im Frühjahr die Strategie überarbeitet und acht Milliarden Euro frisches Geld bei den Aktionären eingesammelt. Die Postbank wird wieder voll ins eigene Privatkundengeschäft integriert statt verkauft.

Die Vermögensverwaltung soll binnen zwei Jahren zum Teil an die Börse gebracht werden. Der Handel sowie das Beratungs- und Finanzierungsgeschäft werden wieder in einer Investmentbanking-Sparte zusammengeführt.

Doch die Ungeduld der Aktionäre wächst, der Aktienkurs bleibt unter Druck. Die Erträge liegen weiterhin deutlich unter denen vergleichbarer Institute, etwa in den USA, aber auch im Rest Europas. Auch das dritte Quartal dürfte kaum Besserung bringen: Der für die Bank wichtige Anleihehandel blieb auch im Sommer mau.

Fitch sieht UBS positiver

Bei der Schweizer Grossbank UBS kam der Anleihenhandel dagegen schon vor Jahren aufs Abstellgleis. Das Geldhaus baute stattdessen seine Vermögensverwaltung aus und liefert beständig Gewinne.

Fitch erhöhte die Bonitätsnote der UBS auf «A+» von «A». Die Risiken seien gesunken, die Bank dürfte nachhaltig Gewinne schreiben, begründeten die Analysten ihre Entscheidung.

Die Bonitätsnote des Lokalrivalen Credit Suisse (CSGN 15.265 0.23%) bestätigte Fitch mit «A-». Die CS hatte im Juni eine milliardenschwere Kapitalerhöhung gestemmt, um das Vermögensverwaltungsgeschäft auszubauen und sich gegen unvorhergesehene Marktschwankungen absichern.

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