Rechts falten sich Irans Gebirge, fern in der Mitte ergrünt Iraks Zweistromland, links versandet Arabiens Halbinsel. Die Enge zwischen dem Binnenmeer des Persischen Golfs und dem Indischen Ozean ist ein geostrategischer Brennpunkt: die Strasse von Hormuz, etwa 170 km lang, zwischen 100 und 40 km breit; das Nadelöhr liegt zwischen der spitz zulaufenden omanischen Halbinsel Musandam und der persischen Küste. Die Öltanker verkehren auf zwei richtungsgetrennten Passagen von je zwei Meilen Breite, dazwischen wird ein Streifen von zwei Meilen freigehalten. Knapp ein Drittel allen Öls, das zur See verfrachtet wird, gelangt auf diesem Wasserweg zu den Märkten, vor allem nach Asien. Eine brenzlige Stelle, denn die Regimes Irans und Saudi-Arabiens ringen erbittert um regionale Vorherrschaft; das wird global überlagert vom Atomstreit Irans mit dem Westen. Es fehlt an Pipelinekapazität, um im Fall einer Schliessung der Strasse von Hormuz als «Bypass» zu dienen. US-Präsident Trump hat schon via Twitter (TWTR 29.315 -0.59%) gemault, dass sich China, Indien, Japan, Südkorea usw. nicht an der Sicherung dieser Transportroute beteiligen, obwohl sie darauf viel stärker angewiesen sind als Amerika – wo er recht hat, hat er recht. (Bild: Science Photo Library/Nasa/Keystone)