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«Flash Crash» im britischen Pfund

Die britische Valuta ist im asiatischen Handel kurzzeitig deutlich eingebrochen. Händler vermuten einen Tippfehler.

Kurz nach Eröffnung des Freitaghandels in Asien brachen die Notierungen für das britische Pfund während zwei Minuten um fast 10% ein. Gegenüber dem Franken fiel das Pfund auf 1,16 Fr. und verfehlte damit den tiefsten je erreichen Wert nur knapp.

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Wenig später hatte die Währung den Verlust aber schon fast wieder wettgemacht. Derzeit wird das Pfund gegenüber dem Dollar zu 1,2450 $ gehandelt, der Wechselkurs Pfund/Franken liegt bei 1,22 Fr. Das ist ein Minus von 1,3% gegenüber Donnerstag.

«Das war eine noch grössere Bewegung als die, die wir nach dem Brexit-Votum gesehen haben», sagte gemäss AWP ein Händler einer europäischen Bank in Tokio. Damals hatte das Pfund als Reaktion auf den überraschenden Ausgang zeitweise gegen 15% korrigiert.

Seit Anfang Jahr gehört das Pfund Sterling zu den schwächsten Währungen unter den bedeutenden Industrienationen, wie folgende Grafik zeigt.

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Über die Ursachen des jüngsten «Flash Crash» wird selbst in Händlerkreisen nur gemutmasst. Das plötzliche Absacken der Notierungen deutet darauf hin, dass ein Händler mit einem falschen Tastendruck oder ein auf Algorithmen basierende Handelsstrategie den Sturz ausgelöst haben könnte.

Die zunehmende Automatisierung im Handel hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu plötzlichen und scharfen Kurseinbrüchen mit anschliessenden Erholungsrallys – den so genannten«Flash Crash» –  geführt. Die zwei bekanntesten Beispiele sind jener am US-Aktienmarkt 2010 sowie der plötzliche Kursanstieg der US-Staatsanleihen 2014. Zuletzt ereignete sich ein solcher Zwischenfall bei der südafrikanischen Währung. Im Januar gab der Rand für 15 Minuten um 9% nach, bevor sich die Kurse wieder erholten.

Seit dem vergangenen Wochenende hat sich das Sentiment gegenüber dem Pfund deutlich verschlechtert. Am Sonntag hatte die britische Premierministerin Theresa May erstmals einen Termin für die Formalitäten zum Ausstieg aus der EU bekanntgegeben. So soll bis spätestens Ende März 2017 der Artikel 50 des Lissabonner Vertrags aktiviert werden. Am Donnerstag sagte Frankreichs Präsident François Hollande zudem, er werde die EU dazu auffordern, mit Grossbritannien harte Verhandlungen zu führen.