Märkte / Derivate

Fleischmarkt in Aufruhr

Die Schliessung diverser Fabriken hat die Preise in den USA deutlich nach oben getrieben.

Die Coronaviruspandemie hat zahlreiche Industrien in ihren Grundfesten erschüttert – so auch die Fleischproduzenten. «Es ist die schwerste Krise, durch die unsere Branche während meiner langen Karriere jemals gehen musste», sagte jüngst Noel White, CEO des Sektorgiganten Tyson Foods, während eines Conference Calls. Wurde zu Beginn des Lockdowns primär die Nachfrageseite tangiert, haben sich die Hauptprobleme inzwischen auf die Angebotsseite verschoben: Die temporäre Schliessung diverser Fleischfabriken hat einen Flaschenhals geschaffen, der die Versorgung noch über Monate einschränken dürfte.

Der Einfluss dieser Treiber zeigt sich deutlich in der Preisentwicklung von Rind- und Schweinfleisch. Zu Beginn des Lockdowns sorgten Hamsterkäufe für einen kurzzeitigen Anstieg. Dann setzte eine Gegenbewegung ein, die primär dem Nachfrageinbruch durch das Gastgewerbe zuzuschreiben war. Die jüngste Preisexplosion ist nun vornehmlich der deutlichen Angebotsverknappung zuzuschreiben: Wegen hoher Covid-19-Fallzahlen bei allen grossen US-Fleischverarbeitern – die Gewerkschaft UFCW (United Food and Commercial Workers International Union) spricht von über 10 000 infizierten Arbeitern und mindestens 30 Todesfällen – mussten zahlreiche Werke geschlossen werden.

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