Der Blick in den blauen Himmel spricht für sich. Es sind kaum noch Kondensstreifen hoch fliegender Passagierflugzeuge zu sehen. Noch vor einem Jahr und mehr präsentierte sich bisweilen ein wahres Geflecht der Jet-Spuren am Himmel – ein Wunder, dass es so gut wie nie Kollisionen gab. Corona hat auch diese Szene verändert. Die Zivilluftfahrt hat 2020 gleichsam ein globales Grounding erfahren. Das gilt auch für die Schweiz. Vor zwanzig Jahren frequentierten gut 34 Mio. Flugpassagiere die Schweizer Flughäfen. Die zivile Luftfahrt befand sich im Steigflug, bis 2019 stieg diese Zahl 70% auf fast 59 Mio. Im vergangenen Jahr folgte der jähe Absturz, es wurden noc h 16,5 Mio. Flugpassagiere gezählt. Binnen Jahresfrist brach die Frequenz 72% ein. Selbst im Vergleich zu 2000 ergab sich ein Rückgang um gut die Hälfte. Im vergangenen Jahr hatten sich die ersten zwei Monate noch normal entwickelt, die Passagierzahlen lagen 2019 sowie 2020 fast gleich hoch. Im März aber und vor allem dann im April folgte das «Nahezu-Grounding». Im April sackten die Passagier­zahlen auf fast null ab, sie lagen 99,4% unter Vorjahresniveau. Nach etwas belebteren Sommermonaten sanken die Passagierzahlen im Herbst erneut gegen 90% im Vorjahresvergleich. Dieser Trend dürfte sich im Januar/Februar 2021 fortgesetzt haben. Es wird Jahre dauern, bis sich die Zivilluftfahrt auf frühere Niveaus erholt – wenn überhaupt.