Unternehmen / Konsum

Flughafen Zürich bietet in Indien

Der Airport-Betreiber macht in einer Privatisierungsrunde mit. Das Land hat insgesamt sechs Destinationen ausgeschrieben.

Flughafen Zürich (FHZN 132.2 1.38%) interessiert sich für ein Engagement in Indien. «Das Unternehmen hat in der laufenden Privatisierungsrunde ein Angebot unterbreitet», bestätigt Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling auf Anfrage von «Finanz und Wirtschaft». Details dazu gibt sie nicht bekannt. Indien hat insgesamt sechs Airports zur Privatisierung ausgeschrieben. Der wichtigste darunter liegt in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat im Westen des Landes. Der Flughafen der Stadt mit 6 Mio. Einwohnern wird auch von internationalen Airlines angeflogen.

Gemäss Online-Ausgabe von «Deal Street Asia» sind für die sechs Ausschreibungen 32 Offerten eingegangen. Flughafen Zürich soll sich demnach für Ahmedabad sowie für Jaipur im Bundesstaat Rajasthan und Lucknow (Uttar Pradesh) interessieren. Flughafen Zürich steigt in Indien nicht allein ins Rennen. Als Partner wird von «Deal Street Asia» der auf Infrastruktur spezialisierte Fondsanbieter NIIF genannt. Das Investitionsvolumen für alle sechs Flughäfen wird in dem Bericht auf 1,4 Mrd. $ geschätzt.

Erhält Flughafen Zürich den Zuschlag, käme dies einer Rückkehr nach Indien gleich. Die Gesellschaft war am Aufbau des Airports in Bangalore beteiligt und verkaufte den Anteil später in zwei Tranchen. Sie erzielte damit einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe.

Der Flughafenbetreiber stuft Südostasien als aussichtsreich ein, um seine Internationalisierungsstrategie umzusetzen. Im Sommer 2018 hat er dazu eine Niederlassung in Kuala Lumpur eingerichtet. Mittelfristig will die Gesellschaft im Ausland 10 bis 15% des Ebitda erwirtschaften. Die Rendite soll jeweils zweistellig sein.

In Brasilien betreibt Flughafen Zürich den internationalen Flughafen in Florianópolis. Zudem ist das Unternehmen zu 25% am Drehkreuz Belo Horizonte beteiligt. Im grössten südamerikanischen Land läuft die vierte Privatisierungsrunde mit drei Flughafenclusters, wovon die Gruppe mit Recife als attraktivste Option erscheint. Zusätzlich betreiben die Zürcher noch zwei kleine Flughäfen in Chile sowie den Airport auf der Karibikinsel Curaçao.

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