Unternehmen / Konsum

Flugzeug-Vermieter AerCap und Gecas wollen fusionieren

Durch den Zusammenschluss würde der grösste Anbieter von Flugzeugleasing entstehen.

(Reuters) Am Flugzeugleasing-Markt entsteht offenbar mitten in der grössten Luftfahrt-Krise seit Jahrzehnten ein neuer Branchenriese. Die irisch-niederländische AerCap greift nach der GE-Tochter Gecas, wie es am Montag in Finanzkreisen hiess. Das «Wall Street Journal» bezifferte das Volumen der Übernahme auf rund 30 Mrd. $.

GE wollte sich nicht dazu äussern, AerCap war für eine Stellungnahme am Firmensitz in Dublin nicht zu erreichen. Zusammen kämen AerCap und GE Capital Aviation Services (Gecas) auf mehr als 2000 Flugzeuge – dabei sind sie einzeln bereits doppelt so gross wie die Nummer drei unter den Flugzeugleasing-Firmen, die irische Avolon. Das könnte Analysten zufolge die Wettbewerbsbehörden auf den Plan rufen.

Wie die Fusion technisch vonstattengehen soll, war zunächst unklar. In Branchenkreisen hiess es allerdings, die Struktur könne ähnlich sein wie 2013, als AerCap die AIG-Tochter ILFC schluckte und der Versicherungsriese als Aktionär einstieg. GE-Vorstandschef Larry Culp käme mit einem Verkauf seinem Ziel näher, den hoch verschuldeten Mischkonzern durch die Trennung von Unternehmensteilen zu verschlanken. GE beliefert auch die grossen Flugzeughersteller mit Triebwerken.

Flugzeugvermieter könnten zu den grossen Gewinnern der Luftfahrtkrise in der Covid-19-Pandemie werden: Viele Fluggesellschaften sind finanziell klamm und könnten die Maschinen künftig eher mieten als sie auf die eigene Bilanz zu nehmen.

Die Aktien beider Unternehmen stiegen vorbörslich: AerCap um 8,3%, GE um 3%. Bei GE zogen aber vor allem die Anleihekurse an.

Leser-Kommentare