Märkte

«Fonds haben grossen Charme»

Stefan Bichsel, Leiter Asset Management & Trading der Waadtländer Kantonalbank, räumt Fonds eine gute Zukunft ein. Einzeltitelanlagen stiessen vermehrt auf regulatorische Hürden.

Herr Bichsel, der Schweizer Fondsmarkt zählt über 7000 registrierte Produkte, die häufig die gleichen Themen abdecken. Weshalb diese grosse Zahl?
Tatsächlich ist schon seit Jahrzehnten die Rede davon, der Markt sei überladen, und das Angebot werde schrumpfen. Einzelne Häuser reduzieren die Zahl ihrer Fonds. Aber plötzlich kommt eine neue Idee auf, und alle rennen ihr hinterher. So bleibt die Zahl der Anlagefonds insgesamt hoch.

Rund 230 Fondspromotoren buhlen in der Schweiz um Kunden. Es scheint, als dränge die ganze Welt an den hiesigen Markt. Aus welchem Grund?
Der Markt beherbergt effektiv grosse Vermögen, denken wir nur an die Altersvorsorge. Das macht ihn interessant. Schauen wir jedoch genau hin, wie viele der Anbieter konstant einen Zufluss erzielen, dann sind es nur 10 bis 15%. Alle anderen stossen periodisch auf Nachfrage, und dann passiert wieder nichts. Es ist gut möglich, dass es mit der Digitalisierung jetzt eine Veränderung gibt und das Angebot zurückgeht. Kunden können sich vermehrt über elektronische Plattformen informieren und selbst aktiv werden. Auch dass die Zahl der Banken in der Schweiz in den letzten Jahren um rund ein Drittel geschrumpft ist, fördert die Konzentration im Fondsgeschäft.

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