Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr 0,4% gesunken. Der kleine Rückgang war gemäss dem Bundesamt für Energie allerdings auf die warme Witterung und nicht auf Sparmassnahmen zurückzuführen. Insgesamt ist der Endenergieverbrauch seit 1980 um 21,7% gestiegen. Die Appelle zum Energiesparen scheinen ungehört zu verhallen – obwohl sie nicht neu und nicht erst seit den Debatten über die Energiewende aktuell sind. Wer erinnert sich nicht an den grandiosen TV-Spot mit dem damaligen Bundesrat Adolf Ogi zum energiesparenden Eierkochen – er wurde vor dreissig Jahren ausgestrahlt. Immerhin: Die Energieintensität ist gesunken. Das Bruttoinlandprodukt ist seit 1980 deutlich stärker gewachsen als der Energieverbrauch. Zudem haben sich strukturelle Verschiebungen ergeben. 1980 deckten Erdölprodukte (Brenn- und Treibstoffe) rund 71% des Energieverbrauchs. Zusammen mit Gas stützte sich die Versorgung zu drei Vierteln auf fossile Energieträger. Bis 2017 ist dieser Anteil auf 63% gesunken. Dabei hat Gas zugenommen auf Kosten der Erdölbrennstoffe. Der Anteil der Elektrizität ist von 18 auf 25% gestiegen. Der Rest (Holz, Fernwärme, Industrieabfälle, andere erneuerbare Energien) kam 2017 auf 12%. Diese Zahlen legen nahe, dass die Sparziele und vor allem die angestrebte Dekarbonisierung der Schweiz vorerst Wunschträume bleiben.