Märkte / Makro

Fragiler Handelsboom

Der globale Güterhandel hat sich erholt. Doch für eine Entwarnung ist es zu früh: Hohe Frachtkosten, anhaltende Unsicherheit und Protektionismus belasten.

Der Welthandel boomt. Zumindest auf den ersten Blick: Die Exporte asiatischer Staaten von China über Taiwan bis Japan wachsen kräftig, Konsumenten weltweit bestellen fleissig Waren im Internet, die Frachtschiffe können sich vor Buchungen kaum retten. Die V-förmige Erholung scheint in Griffweite. Das Handelsbarometer der Welthandelsorganisation WTO stieg im Dezember auf 103,9 Punkte, deutlich über dem mittelfristigen Trendverlauf (Werte über 100 sprechen für überproportionales Wachstum).

Dieser Aufwärtstrend werde jedoch kaum anhalten, warnt die WTO. Das tatsächliche Handelsvolumen ist nach wie vor tief (schwarze Linie in Grafik 1). Die Unsicherheit bezüglich neuer Virusvarianten und langsamen Impfkampagnen könne das Barometer schnell wieder in den roten Bereich drehen. Zudem zeigten zeitnähere Indikatoren bereits ein Abflauen der Aktivität. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?