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Franken steigt zum Euro auf Zwei-Monats-Hoch

Die Schweizer Währung legt wegen der politischen Situation in Italien markant zu. Im Gegenzug fällt die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise unter die Marke von 1.16 Fr.

(Reuters) Die holprige Regierungsbildung in Italien hat am Mittwoch für einen Höhenflug des Franken gesorgt. Ein Euro sackte im Gegenzug zwischenzeitlich auf knapp unter 1,16 Fr. ab. Das ist der niedrigste Stand seit über zwei Monaten. Vergangene Woche notierte er noch bei fast 1,20 Fr. Auch zum Dollar legte der Franken zu. «Die Anleger haben Angst wegen Italien und ziehen ihr Geld ab. Das erinnert stark an die Euro-Krise. Es zeigt sich einmal mehr, das der Franken, wenn es in Europa nicht mehr rund läuft, die gesuchte Adresse ist», sagte ein Händler.

Das europakritische Bündnis aus der populistischen 5-Sterne-Bewegung und der rechtsextremen Lega hat den Wählern unter anderem ein Grundeinkommen, Steuersenkungen, höhere Sozialausgaben und die Rücknahme der Rentenreform versprochen. All das würde Milliarden kosten und die Finanzen des schon hoch verschuldeten Italien weiter belasten. Vertreter von EU und EZB haben das Land aufgefordert, die Haushaltsregeln einzuhalten und die Schulden zu senken.

Der Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen und war besonders in der Euro-Krise vor einigen Jahren gefragt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 6120 1.66%)) stemmte sich mit milliardenschweren Marktinterventionen gegen eine weitere Aufwertung. Denn durch einen starken Franken werden Schweizer Waren im Ausland teurer und das schwächt die Wirtschaft. Bislang hält die SNB unverändert an ihrem Krisenmodus fest: Die Zinsen liegen bei minus 0,75% und die Währungshüter betonen ihre Bereitschaft für weitere Markteingriffe.

 

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