Märkte / Devisen

Franken zum Euro auf Zweijahreshoch

Spekulationen auf sinkende Zinsen im Euroraum setzen die Gemeinschaftswährung unter Druck.

(Reuters/AWP/SPU) Der Franken hat am Freitag zum Euro den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Grund dafür waren Spekulationen über eine bevorstehende Zinssenkung der Europäischen Zentralbank, die den Euro drückten. Die Gemeinschaftswährung kostete zwischenzeitlich 1.1021 Fr. Am Donnerstag waren es noch 1.1089 und Ende April rund 1.1450 Fr.

Anleger gehen mittlerweile zu 60% von einer Zinssenkung der EZB um zehn Basispunkte nächste Woche aus. Zu Wochenbeginn hatten sie die Wahrscheinlichkeit dafür nur bei 40% gesehen. Ein solcher Schritt der EZB könnte auf die Märkte eine schockartige Wirkung haben, sagte Rabobank-Analystin Jane Foley.

Der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 5100 4.08%)) dürfte die Entwicklung keine Freude bereiten. Sie ist an einem möglichst schwachen Franken interessiert, um so die exportorientierte Wirtschaft des Landes zu stützen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sie Negativzinsen von minus 0,75% eingeführt und interveniert immer wieder am Devisenmarkt. Der Euro ist die wichtigste Exportwährung für die Schweiz. Experten der Credit Suisse zufolge, wäre eine weitere Stärkung des Frankens auf Paritätskurs zum Euro für die Schweizer Wirtschaft zu verkraften.

Auch zum Dollar schwächer

Zum Dollar büsst die Gemeinschaftswährung ebenfalls ein. Der Euro notiert bei 1.1236 $. Am Vortag und in der Nacht hatte der Euro auf Aussagen von US-Notenbankern reagiert. Am Donnerstag war der Euro zum Dollar zunächst gestiegen, dann aber wieder gefallen. Grund dafür war unter anderem eine Rede von John Williams, Präsident der regionalen Notenbank von New York.

Er hatte sich für schnelle Zinsreaktionen in den USA ausgesprochen. Später relativierte eine Sprecherin diese Aussagen aber wieder. Am Markt gilt eine Zinssenkung der US-Notenbank Ende Juli als sehr wahrscheinlich, über die Höhe wird allerdings spekuliert.

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