Märkte / Devisen

Frankenanleihen werden knapp

Emittenten von Frankenobligationen halten sich Anfang des Jahres merklich zurück. Doch die Investoren stehen bereit.

Am Obligationenmarkt verläuft der Jahresauftakt ruhiger als sonst üblich. Anders als im Euroraum ist die gewohnte Emissionswelle ausgeblieben. Normalerweise decken viele Schuldner ih­ren Kreditbedarf in den ersten Wochen des Jahres ab – auch weil Grossanleger ihr neues Jahresbudget anlegen müssen. «Es herrscht eine Angebotsknappheit vor», sagt Benjamin Heck aus der Kapitalmarktabteilung der Credit Suisse.

Im Januar liehen sich Unternehmen, Banken, Versicherungen und öffentliche Haushalte (ohne Bund) so wenig frische Mittel in Franken wie seit acht Jahren nicht mehr, sagt Stefan Bösl vom Anleihenteam der Commerzbank in Zürich. Doch Marktteilnehmer in Investmentbanken und bei Grossinvestoren reagieren auf FuW-Anfrage entspannt auf den schwachen Start. Bösl: «Das ausländische Angebot von Banken könnte in den kommenden Wochen wieder anziehen.»

Ausverkauf überwunden

Stösst ein lahmendes Angebot neuer Obligationen längere Zeit auf hohe Ersparnisse bei den Investoren, kann dies die Rendite noch weiter herabdrücken. Der Anlagenotstand für klassische Anleiheninvestoren wie Pensionskassen oder Ver­sicherungen könnte sich verstärken. Gemessen am Swiss Bond Index (SBI) für Papiere mit Rating A bis BBB – also ohne Bundesobligationen oder Pfandbriefe – liegt die durchschnittliche Rendite derzeit wie Ende 2020 zwischen 0,15 und 0,2%. Der Ausverkauf zu Beginn der Pandemie im März 2020, als am Markt 1,6% verlangt wurden, ist komplett überwunden. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?