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Frankreich fordert von UBS 1,6 Mrd. €

Der französische Staat fordert von UBS eine Entschädigung in Milliardenhöhe. Sie soll französische Kunden angestiftet haben, mehr als 10 Mrd. € am Fiskus vorbeizuschmuggeln.

(AWP) Im Steuerhinterziehungsprozess gegen die UBS (UBSG 13.615 -1.55%) am Pariser Strafgericht fordert der französische Staat eine gewaltige Summe von der Grossbank. Die UBS solle «eine Entschädigung von 1,6 Mrd. €» zahlen.

Dies forderte der Staatsanwalt Xavier Normand-Bodard am Mittwoch. Die UBS habe ein ausgeklügeltes Betrugs- und Geldwäschereisystem aufgebaut, in dem die Bank im Namen des Bankgeheimnisses behauptete, nichts zu hören, nichts zu sehen und nichts zu wissen.

Normand-Bodard forderte den Pariser Strafgerichtshof auf, dieses jahrelang praktizierte System hart zu bestrafen. Ziel der Grossbank sei es gewesen, den Kunden mittels Nummernkonti, Trusts oder Stiftungen bei der Steuerhinterziehung zu helfen.

Die UBS soll laut dem Staatsanwalt zwischen 2004 und 2012 illegal Bankberater nach Frankreich geschickt haben, um Reiche in eine Filiale der UBS France zu locken. Die Kunden seien an Empfängen, Jagdgesellschaften oder an Sportanlässen angesprochen worden, um sie von der Eröffnung von Schwarzgeld-Konten in der Schweiz zu überzeugen.

Die UBS steht in Frankreich seit dem 8. Oktober und voraussichtlich noch bis zum 15. November 2018 vor Gericht, wo sie sich gegen Vorwürfe der Geldwäscherei und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verteidigen muss. Im Juli 2014 hatte die UBS eine Kaution von 1,1 Mrd. € hinterlegen müssen.

Die Grossbank soll französische Kunden dazu angestiftet haben, mehr als 10 Mrd. € am Fiskus vorbeizuschmuggeln. Die UBS selbst spricht von «oft unbegründeten Vorwürfen». Die Anklage beruht teilweise auf Aussagen und Dokumenten von ehemaligen Mitarbeitenden.

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