Unternehmen / Schweiz

Freenet dringt auf Nachbesserung bei Sunrise-Deal

Der deutsche Telecomkonzern und Sunrise-Grossaktionär kritisiert die Struktur des Sunrise-UPC-Deals und nennt das Vorgehen der Schweizer «ungewöhnlich».

(AWP) Der Mobilfunkanbieter Freenet (FNTN 18.015 -2.33%) arbeitet nach wie vor an besseren Bedingungen für die geplante Fusion seiner Beteiligung Sunrise (SRCG 70.3 0.43%). «Ich glaube weiterhin, es muss sich was tun», sagte der seit Jahresbeginn amtierende Finanzchef Ingo Arnold im Gespräch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

«Ich bin auch nach all den Gesprächen, die ich zuletzt geführt habe, nicht zu der Überzeugung gelangt, dass die gewählte Deal-Struktur richtig ist.» Freenet kritisiert zum einen, dass die erzielbaren Synergien nicht im Unternehmen bleiben sollen, und zum anderen die geplante Bezahlung der Übernahme in bar.

Freenet hält knapp 25% an Sunrise und kassiert jährlich eine ordentliche Dividende. Die Deutschen sehen ihren Anteil als eine Finanzbeteiligung. Sunrise hatte Ende Februar angekündigt, die im Internet- und TV-Geschäft starke UPC Schweiz für 6,3 Mrd. Fr. inklusive Schulden übernehmen zu wollen.

«Ungewöhnlicher Vorgang»

Um den Deal zu stemmen, will Sunrise mit einer Kapitalerhöhung 4,1 Mrd. Fr. aufnehmen – das würde Freenets Beteiligung deutlich verwässern. «Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei einer Kapitalerhöhung mitmachen, halte ich weiterhin für gering», sagte Arnold.

«Ich halte es weiter für ungewöhnlich, dass man einen Deal ankündigt, der nicht vom grössten Aktionär unterstützt wird.» Die Entscheidung, wie Freenet bei einer ausserordentlichen Generalversammlung abstimmt, lässt sich das Unternehmen daher offen.

Leser-Kommentare

Banque Cramer & Cie SA 07.05.2019 - 10:51

Eigentlich ist die Aktienstrategie ganz einfach: Aktien unter 70 kaufen und Nein zur Kapitalerhöhung.