Die freie Marktwirtschaft wird als rücksichtsloser Turbokapitalismus verunglimpft, der einige wenige unermesslich reich und die Mehrheit arm macht. So populär diese Behauptung ist, so wenig hat sie mit der Realität zu tun. Das belegt erneut der Index für wirtschaftliche Freiheit 2020. Er erfasst die wirtschaftliche Freiheit in 162 Ländern anhand von 42 Indikatoren in fünf Bereichen. Der Index wird vom kanadischen Fraser Institute in Zusammenarbeit mit weltweit 90 unabhängigen Institutionen erarbeitet – in der Schweiz ist das ­Liberale Institut beteiligt. Die erste gute Nachricht: Seit 2000 ist die durchschnittliche wirtschaftliche Freiheit global ­gestiegen. Das ist gleichbedeutend mit einer Zunahme der durchschnittlichen Wohlfahrt – je freier eine Wirtschaft ist, desto höher ist der Wohlstand. So ist das Bruttoinland­produkt der 25% freiesten Länder rund achtmal höher als das der 25% unfreiesten. Die zweite gute Nachricht betrifft die Schweiz. Sie liegt in der neusten Ausgabe des Index (basierend auf Daten von 2018) an vierter Stelle und lässt damit alle anderen europäischen Länder hinter sich. Die grossen EU-Staaten Deutschland und Frankreich liegen weit zurück auf den Rängen 21 bzw. 57. Angeführt wird die Tabelle von Hongkong, Singapur und Neuseeland. Die unfreiesten Länder sind Libyen, der Sudan und Venezuela. Die dort traurigen Zustände machen eine klare Aussage: Freiheit lohnt sich.