Märkte / Aktien

Freipass für die Manager

Kritiker bemängeln, dass passive Fonds nicht ausreichend bei ihren Beteiligungen mitreden.

Eine Revolution an den Finanzmärkten ist im Gang – und ihre Folgen für die Realwirtschaft sind noch nicht absehbar. Passive Anlagefonds wie ETF verwalten treuhänderisch einen wachsenden Anteil an der Unternehmenswelt. Die Meinungen gehen weit auseinander, ob sich Anleger sicher sein können, dass ihre Interessen gegenüber den Unternehmen dann noch ausreichend stark vertreten werden.

Die Anbieter von Indexprodukten haben sich offensiv das Schlagwort «Stewardship» auf die Fahnen geschrieben. Das Motto: Passiv investieren heisse nicht, dass man seine Beteiligung an einem Unternehmen nicht aktiv zur Mitsprache nutze. Mit Stewardship wird die aktive ­Beeinflussung des Managements von Un­ternehmen im Sinne der Fondsanteils­eigner bezeichnet. Ganze Teams von Mitarbeitern kümmern sich in den Fondshäusern um dieses Thema.

Anreize für Fondsanbieter

In der ökonomischen Theorie ist es umstritten, ob es im eigenen Interesse der Anbieter von passiven Produkten ist, sich für Stewardship zu engagieren. Einerseits können sie – anders als aktive Fonds – keine Beteiligungen an schlechten Un­ternehmen verkaufen, da sie sich nach einem Index richten müssen. Daher sollte das Interesse gross sein, die Beteiligungsfirmen positiv zu beeinflussen. Andererseits erringt das Fondshaus dadurch keinen Wettbewerbsvorteil: Da die anderen Produktanbieter dieselben Indizes abbilden, profitiert auch die Konkurrenz von Stewardship-Bemühungen.

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