Team-Taekwondo mit Vollkörperschutz? Eine neue olympische Disziplin, die da vor dem Stadion in Pyeongchang geübt wird? Verwundern würde es nicht. Alle vier Jahre kommen Wettbewerbe hinzu, mitunter auch etwas sonderbare. 2010 wurde in Vancouver in 86 Disziplinen um Ehre und Edelmetall gekämpft, 2014 in Sotschi in 98 und demnächst, vom 9. bis 25. Februar auf südkoreanischem Schnee und Eis, in 102. Die Gelben und die Roten hier treten jedoch nicht gegeneinander an, sondern miteinander – gegen Terroristen, allfällige. Die Gefahr von Anschlägen scheint vergleichsweise gering zu sein: Südkorea ist geografisch isoliert, überblickbar und ruhig; die Kontrolle ist mithin einfacher als etwa im Herzen der Alpen. Zudem scheint Nordkoreas Tyrann die Party nicht mit nuklearen Zündeleien stören zu wollen. Im Gegenteil, Kim fraternisiert mit dem Klassenfeind im Süden. Der sportliche Wettbewerb der Systeme ist ja ohnehin entschieden; insgesamt hat Südkorea an Winterspielen bisher 53 Medaillen gewonnen (v. a. im Shorttrack), Nordkorea nur zwei. Zudem: Pyeongchang (wörtlich «Friede und Gedeihen») klingt für westliche Ohren ähnlich wie Pjöngjang («Gemütvolle Umgebung»). Wenn das kein gutes Omen ist.