Meinungen

Front Runner

Wie man jetzt ganz legal Front Running betreiben kann. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Der Kleinanleger kann so vor vielen Profis einsteigen.»

Wissen Sie, was Front Running ist? Im Börsenjargon versteht man darunter eine meist illegale Transaktion, die aus einem Know-how-Vorsprung entsteht. Beispiel gefällig? Ein Analyst einer Bank kauft eine Aktie, bevor er sie seinen Kunden empfiehlt. Ein weiteres Beispiel? Der Pensionskassenverwalter hat vor, in grossem Stil Credit-Suisse-Aktien in UBS (UBSG 11 0.96%) umzuschichten. Bevor er das aber tut, kauft er selbst UBS auf eigene Rechnung, um kurzfristig vom Kursanstieg zu profitieren.

Stellen Sie sich vor, Sie würden über ähnliche Informationen verfügen, von denen Sie genau wüssten, dass sie andere nicht nutzen können. Unmöglich? Keinesfalls. Ein solcher Vorteil bietet sich im Moment jedem Kleinanleger, und das völlig legal.

Letzte Woche wurde bekannt, dass Partners Group (PGHN 885 -1.78%) in den SMI (SMI 10151.27 -0.77%) aufsteigt und Adecco (ADEN 43.71 -0.97%) verdrängt. Dazu steigen Cembra (CMBN 99.75 -1.24%) Money Bank, SIG Combibloc (SIGN 16.48 1.85%) und Galenica (GALE 66.3 -3.63%) in den SMIM (SMIM 2515.337 -0.68%) auf. Straumann (STMN 911.6 -0.26%) schafft es in den SLI. Das Gute an der Sache? Der Wechsel findet erst am 18. September nach Handelsschluss statt. Sie haben bis dann Zeit, sich in aller Ruhe in diesen Titeln zu positionieren. Erst dann dürfen bzw. müssen beispielsweise Fondsmanager, die beim Aktienkauf an die Zugehörigkeit von Indizes gebunden sind, investieren. Der Kleinanleger kann so vor vielen Profis einsteigen.

Narrensicher ist diese Strategie nicht; vielversprechend aber schon. Ein Titel wie Partners Group rückt mit der Aufnahme in den SMI in ein ganz anderes Schaufenster und erhält viel mehr Aufmerksamkeit. Auch Straumann und Cembra Money Bank sind unter diesen Vorzeichen ein Kauf. Front Running einmal nicht nur für «Insider», sondern für jedermann.