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Frühpensionierungen rücken immer weiter in die Ferne

Nach Berechnung der CS werden die finanziellen Einbussen wegen sinkender PK-Leistungen grösser. Frühzeitig in Rente können künftig immer weniger Menschen gehen.

(AWP) Der Wunsch, früher als vorgesehen mit der Arbeit aufzuhören, wird in Zukunft noch schwerer zu erfüllen sein. Berechnungen der Credit Suisse (CSGN 11.72 +0.51%) zeigen, dass die finanziellen Einbussen aufgrund der sinkenden Pensionskassenleistungen zukünftig einschneidender werden.

Viele Personen in der Schweiz träumen von einer Frühpensionierung und rund die Hälfte geht auch tatsächlich frühzeitig in Rente. Fast ein Viertel davon aber unfreiwillig, wie die Credit Suisse in der am Dienstag veröffentlichten Vorsorgestudie 2020 schreibt. Von einer unfreiwilligen Verrentung seien vor allem Personen mit schlechter Ausbildung und tiefem Einkommen betroffen.

Hohe Einbusse

Die damit verbundenen finanziellen Einbussen sind derweil nicht zu unterschätzen: Im mittleren Einkommenssegment hat ein Vorbezug der AHV- und Pensionskassenrente um zwei Jahre laut der Credit Suisse eine lebenslange Einkommenseinbusse von rund 14% zur Folge.

Und aufgrund der sinkenden Pensionskassenleistungen dürfte der Weg zur Frühpensionierung in Zukunft nochmals steiniger werden, wie es weiter heisst. Die Gründe dafür seien einerseits die derzeit tiefen Zinsen, welche den Vermögensaufbau der zur Zeit Erwerbstätigen bremsen. Zudem werde deren Altersguthaben seit Jahren geringer verzinst als jene der Rentner.

Gemäss den Prognosen der Credit Suisse sinken die durchschnittlichen Renten bei den mittleren Einkommen real von 57’091 Fr. bei einer ordentlichen Pensionierung im Jahr 2010 auf rund 48’457 Fr. bei einer solchen im Jahr 2025, so die Berechnung der Ökonomen. Dies entspricht einem Minus von 15%.

«Angesichts dieser markanten Reduktion der Renten – und der im Gegenzug wachsenden Vorsorgelücken – wird eine zusätzliche Rentenreduktion infolge Frühpensionierung für einen zunehmenden Teil der Schweizer Bevölkerung unerreichbar werden», lautet die Prognose.