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Fünf Dinge, die Investoren im Oktober im Blick haben sollten

Von Kristina Hooper, Chief Global Market Strategist, Invesco Ltd

In den nächsten Wochen gilt es vor allem folgende fünf Entwicklungen zu beobachten:

1. Neuauflage von NAFTA.
In den letzten Minuten vor Ablauf der Frist haben sich die USA und Kanada doch noch auf ein vorläufiges Abkommen zu einer Neuauflage des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA geeinigt. Offensichtlich haben die USA letztlich doch noch wichtige Zugeständnisse gemacht. Im Gegenzug hat Kanada den USA einen besseren Zugang zum Milchmarkt gewährt. Diese Vereinbarung ist dem ursprünglichen NAFTA-Abkommen relativ ähnlich — die wichtigste Änderung betrifft die Anpassung an die Standards des 21. Jahrhunderts, zum Beispiel in Bezug auf den Schutz von Urheberrechten. Meines Erachtens hatte die Trump-Regierung praktisch keine andere Wahl als dieses Abkommen zum Abschluss zu bringen, da der US-Kongress wohl kaum einem bilateralen Abkommen zugestimmt hätte. Darüber hinaus war ein Erfolg an der Handelsfront im Vorfeld der im November anstehenden Zwischenwahlen in den USA wichtig.

2. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China.
Der Schlagabtausch dürfte noch hitziger werden und sich auch zunehmend in den Wirtschaftsdaten niederschlagen. Im September ist der Caixin/Markit Einkaufsmanagerindex für China auf 50,0 gesunken — den tiefsten Stand seit Mai 2017 — und liegt damit jetzt auf einem neutralen Niveau, nachdem er zuvor 15 Monate lang expansiv ausgerichtet war.1 Das signalisiert, dass die chinesischen Produzenten die Folgen des Handelsstreits mit den USA bereits zu spüren bekommen. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor ist dagegen gestiegen.1 Das deutet darauf hin, dass die inländische Nachfrage stärker zugenommen hat, was insofern Sinn macht, da China die Inlandsausgaben ausgeweitet hat, um die möglichen Belastungen im Exportgeschäft zu kompensieren.

Aber auch in den USA könnte der Handelskonflikt mit China erstmals erkennbar negativ zu Buche schlagen. Moody’s hat bereits prognostiziert, dass höhere US-amerikanische Zölle auf chinesische Importe die positiven Auswirkungen der US-Steuerreform teilweise aufwiegen und das US-amerikanische BIP für 2019 um 0,25% reduzieren könnten.2 Goldman Sachs hat im Juli gewarnt, dass zunehmende Handelsspannungen und 10-prozentige Zölle auf alle US-Importe nach China zu einer Herabsenkung seiner Schätzung der Gewinne je Aktie für 2018 um 15% führen könnte.3

In der Summe könnten die Belastungen für die US-amerikanische Wirtschaft erheblich sein. Beispielsweise wird erwartet, dass die Zahl der chinesischen Touristen, die während der siebentägigen Ferien zum Nationalfeiertag («Goldene Woche») in der kommenden Woche in die USA reisen, deutlich niedriger sein wird als in den Vorjahren. Die Flugbuchungen von China in die USA sind im Vergleich zur «Goldenen Woche» 2017 um 42% gesunken.4 Damit setzt sich der zuletzt beobachtete Trend der rückläufigen USA-Reisen von Chinesen weiter fort. Ich denke, dass die Kosten dieses Handelsstreits für die USA in Zukunft deutlicher zu Tage treten werden, während die Belastungen für China schon jetzt erkennbar sind und bleiben.

3. Handelsgespräche zwischen den USA und Japan.
US-Präsident Donald Trump und der japanische Premier Shinzo Abe haben in der vergangenen Woche die Aufnahme von Handelsgesprächen vereinbart. Wie es scheint, sind Einfuhrzölle auf japanische Autos erst einmal vom Tisch. Wie an dieser Stelle bereits erwähnt, hat sich Japans Premier gerade eine dritte Amtszeit gesichert. Vor diesem Hintergrund rechne ich damit, dass er in den Handelsgesprächen mit den USA entschlossen und selbstbewusst auftreten wird. Unterdessen hat der japanische Tankan-Geschäftsklimaindikator im dritten Quartal mit nur 19 Punkten deutlich unter dem erwarteten Wert von 22 gelegen. Diese überraschende Entwicklung signalisiert, dass japanische Unternehmen über einen möglichen Handelskonflikt mit den USA besorgt sind.5 Wir werden diese Situation genau beobachten.

4. Die andauernden Brexit-Verhandlungen.
Ein Abkommen zu den Modalitäten des britischen Austritts aus der Europäischen Union (EU) ist immer noch nicht erreicht und auch noch nicht in Sicht. Der britische Brexit-Minister Dominic Raab hat heute, am 1. Oktober, gewarnt, dass die EU das Land zu einem Brexit ohne Anschlussabkommen zwingen könnte. Daher hat die Frage, welche Folgen ein solches Szenario für Unternehmen haben könnte, die Märkte zuletzt zunehmend beschäftigt. So hat Toyota bekanntgegeben, dass sein Werk in Derbyshire für unbestimmte Zeit geschlossen würde, falls Großbritannien die EU ohne ein Anschlussabkommen verlassen sollte.Angesichts der Tatsache, dass ein solches Szenario zunehmend realistisch erscheint, dürften sich in den kommenden Wochen noch mehr Unternehmen zu ihren diesbezüglichen Plänen äußern.

5. Inflation.
Die Einführung von Schutzzöllen in verschiedenen Ländern – vor allem den USA – könnte die Inflation anheizen, wie die FOMC-Mitglieder im Protokoll zu ihrer Sitzung im August erklärt haben. Wir werden die Inflationskennzahlen genau beobachten, um keinen Hinweis auf ein Anziehen der Teuerung zu verpassen, da dies die Fed dazu zwingen könnte, die Zinsen im Dezember erneut zu straffen. Aus der wirtschaftlichen Perspektive betrachtet wären Zinserhöhungen zur Bekämpfung einer durch Zölle bedingten Inflation meines Erachtens wenig förderlich.

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