Unternehmen / Ausland

Für europäische Banken bleibt es stürmisch

Russland und der drohende Abschwung lasten weiter auf Bankaktien. Nur wenige bieten Chancen.

Die Quartalsberichtssaison neigt sich dem Ende zu. Ein drohender Abschwung beunruhigt die Märkte. Die Giftmischung aus Inflation, steilem Zinsanstieg und Kriegsfolgen scheint die Unternehmensbilanzen bislang aber einigermassen zu verschonen. Gemäss einer Auswertung von Bank of America haben mehr als drei Viertel der europäischen Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Grosse europäische Banken wie BNP Paribas, Société Générale oder UBS, die als Kreditlieferanten wie konjunkturelle Seismographen fungieren, haben fürs erste Quartal ebenfalls starke Zahlen geliefert. Doch der Kursverlauf europäischer Bankaktien spiegelt diese Leistung nicht. Der Ukrainekonflikt hat ihre Hausse jäh unterbrochen. Seit Kriegsbeginn Ende Februar hat der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks ein Viertel verloren. Er konnte seither kaum Boden gutmachen, obschon Analysten Kapitalstärke und Resilienz der Finanzhäuser loben.

Russland schmerzt

Besonders die Titel von stark in Russland engagierten Instituten wie der österreichischen Raiffeisen International (RBI), Société Générale, ING oder UniCredit gaben zuletzt wieder nach und konnten den ursprünglichen Kursrücksetzer, wenn überhaupt, nur wenig gutmachen. Nach einem herausragenden 2021 werden jetzt auch noch die Zahlen mieser. So musste die niederländische ING für das erste Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen, hauptsächlich wegen Rückstellungen zu Russland.

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