Unternehmen / Ausland

Für Italiens Banken wird 2022 zur Nagelprobe

Die Geldhäuser müssen sich für eine Pleitewelle rüsten und zudem ein zehn Jahre altes Problem lösen.

Italiens Banken stehen vor einer grossen Herausforderung. Wegen der Coronakrise rechnen Experten für das kommende Jahr damit, dass Kreditnehmer ihre Schulden nicht mehr begleichen können. Damit dürfte zum ersten Mal seit Jahren die Quote der faulen Kredite (Non Performing Loans, NPL) wieder steigen. Sie ist jetzt schon die höchste in der Eurozone.

Dabei entwickelte sich der italienische Bankensektor bis zur Pandemie vielversprechend. Laut der Ratingagentur Moody’s betragen die NPL gemessen an den Gesamtkrediten rund 4%. Den Höchststand erreichten sie mit 17% im Jahr 2015. Zum Vergleich: Spaniens Quote lag damals bei «nur» 8%.

Kapital aufgebaut

Selbst das Coronajahr 2020 erwies sich nicht als Bruch mit dem positiven Trend. Staatliche Hilfsmassnahmen kamen dem Sektor zugute. Das Dividendenverbot durch die heimische und die europäische Aufsicht sowie die Liquiditätshilfe der Europäischen Zentralbank sorgten dafür, dass sich die Lücke zwischen dem Eigenkapital (EK) der italienischen Banken und dem Schnitt der Eurozonegeldhäuser «im Wesentlichen geschlossen hat», schreibt die italienische Zentralbank (BI). Laut dem Kreditversicherer Atradius weist der italienische Bankensektor nun eine EK-Quote von fast 15% auf. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare