Grosse Architektur im kleinen Land: Seite 2008 berät der Landtag des Fürstentums Liechtenstein in diesem zugleich modern wie archaisch anmutenden Gebäude. Nächsten Sonntag wird das liechtensteinische Volk die fünfundzwanzig Abgeordneten wählen. Diese wiederum werden die fünfköpfige Regierung bestimmen; die beiden Traditionsparteien Fortschrittliche Bürgerpartei FBP und Vaterländische Union VU, die in einer Koalition regieren und wohl auch weiterregieren werden, präsentieren dafür je drei Kandidaturen. Der Landtag wird einen neuen Chef zu küren haben – oder, erstmals, eine Chefin: Die FBP portiert die Diplomatin Sabine Monauni für die Führung des Kabinetts. Gegenkandidat der VU ist der amtierende Regierungsrat Daniel Risch. Allein das letzte Wort hat das Parlament in der Zusammensetzung der Exekutive nicht: Der Chef bzw. die Chefin und die übrigen vier Mitglieder der Kollegialregierung werden «vom Landesfürsten einvernehmlich mit dem Landtage auf dessen Vorschlag ernannt», sagt die Verfassung. Oberhalb des Landtagsgebäudes thront das fürstliche Schloss (die Limousine auf dem Vorplatz ist die des Erbprinzen). Insgesamt: Zeitgemäss und traditionell zugleich – Land und Leute fahren gut damit.
(Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)