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Fundamental

Fundamental sind in der Ökonomie die Einflüsse, die ein Ereignis aus der Theorie heraus erklären.

In der Studie von Allianz GI stehen fünf fundamentale Variablen hinter der Solvenz bzw. dem Kreditrisiko und damit dem Risikoaufschlag der Staaten:

 

Das reale Wachstum des Brutto­inlandprodukts (BIP): Es bestimmt die Höhe der Steuereinnahmen und somit die Fähigkeit, die Schulden zu bedienen.

 

Die Inflationsrate: Sie kann als Gütesiegel einer Wirtschaftspolitik angesehen werden. Hohe Inflation, etwa durch unvorsichtige Fiskalpolitik, signalisiert ein höheres Ausfallrisiko.

 

Schuldenquote: Mit der Schuldenquote steigt auch die Zinslast eines Schuldners. Das kann seine Solvenz verschlechtern.

 

Ertragsbilanz: Ein Defizit macht das Land vom Zustrom von Kapital aus dem Ausland abhängig. Dies kann sein Auslandvermögen – aus Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen – verringern. Länder mit einem Twin Deficit, einem doppelten Defizit in Ertragsbilanz und Staatshaushalt, gelten als verwundbar gegenüber Schocks an den Finanzmärkten.

 

Target-2-Bilanzen: Innerhalb des Eurosystems reflektieren sie die Nettoforderungen oder -schulden der nationalen Zentralbank gegenüber der EZB. Target-2-Schulden bedeuten, dass das inländische Bankensystem Mühe hat, sich am Markt zu finanzieren. Die Banken sind dann anfällig gegenüber Kapitalflucht ins Ausland. Die Krise hat gezeigt, wie ein schwaches oder insolventes Bankensystem die Solvenz des Domizillandes verschlechtert.