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Für Leighton ist Golfregion zentral

Der australische Konzern Leighton ist nicht nur im Bau tätig, sondern betreibt auch Minen. Wegen der hohen Verschuldung wird er weitere Assets verkaufen müssen.

Der australische Bau-, Infrastruktur- und Dienstleistungskonzern Leighton ist ausser auf dem Heimmarkt in vielen Regionen Asiens und in Südafrika ein bedeutender Betreiber von Minen und profitiert so vom Wachstum im Rohstoffsektor. Im Hoch- und Infrastrukturbau ist Leighton zusätzlich in der Golfregion präsent.

Zuletzt gab es aber Rückschläge in verschiedenen Projekten (Flughafenzubringer Brisbane, Entsalzungsanlage Victoria). Im Frühjahr hatte Leighton ihre Jahres­prognose für den Gesamtkonzern deswegen (ein weiteres Mal) nach unten anpassen müssen. Die wichtige Tochter Habtoor Leighton Group (HLG), Dubai, leidet zudem unter dem Abschwung in der Region. Sie soll im Jahr 2016 an die Börse gebracht werden, doch ihr Wert sinkt seit längerem.

Leighton schrieb 2011 mit einem Umsatz von 22 Mrd. austr. $ (rund 22 Mrd. Fr.) einen Verlust von fast 0,5 Mrd. austr. $. Im ersten Halbjahr 2012 meldete die Gruppe einen Umsatz von nur noch 9,1 (10,2) Mrd., aber immerhin einen Gewinn nach Minderheiten von 106 Mio. Die Liquidität sank in der Berichtsperiode jedoch um 334 Mio., trotz Zufluss aus Devestitionen. Das Gearing (Nettoschulden zu Nettoschulden plus Eigenkapital) erreichte bei Nettoschulden von rund 2,4 Mrd. austr. $ gemäss Unternehmensangaben 46%, was über dem eigenen Ziel (35 bis 45%) liegt.

Angesichts der Verschuldung gehen die Analysten der Credit Suisse (CSGN 5.36 +0.94%) davon aus, Leighton Holdings werde weitere Assets verkaufen müssen, in einem Volumen von etwa 0,5 Mrd. austr. $. Dies sei nicht nur nötig, um die Bilanz zu entlasten, sondern auch um sich für mögliche weitere Wertberichtigungen und Rückstellungen der Habtoor Leighton Group zu wappnen.

Für das Gesamtjahr erwarten Analysten im Schnitt gemäss Bloomberg einen Umsatz von 22,2 Mrd. austr. $ und einen Ebitda von 1,8 Mrd. Mit Blick auf die erhoffte Gewinnerholung im Jahr 2013 sind die Aktien mit einem KGV von 9 nicht zu teuer. Das Geschäft mit dem Betrieb von Minen ist ­attraktiv. Chancen im Aktienkurs ergeben sich aber nur, wenn sich auch die Bau­konjunktur in der Golfregion bessert.