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Aktie im Blickpunkt

EasyJet erwartet Buchungsboom.

Carlo Emanuele Frezza

In grossen Teilen Europas herrscht Ferienstimmung. Die Reiselust scheint nach dem Abbau der Reisebeschränkungen riesig zu sein. Wie gross das Fernweh bei vielen Menschen wirklich ist, zeigt sich an den grossen Flughäfen Europas, wo derzeit für Pandemiezeiten eher ungewohnt lange Schlangen vor den Check-ins entstehen. Die Profiteure dieses Ansturms sind die im vergangenen Jahr arg gebeutelten Fluggesellschaften. Eine davon ist EasyJet (EZJ 814.00 +0.05%).

Der britische Billigfluganbieter hat am Dienstag seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal publiziert. Bei einem Umsatz von 213 Mio. £ fiel ein Verlust vor Steuern von 318 Mio. £ an, was nur etwas unter dem Fehlbetrag von 347 Mio. £ im Vorjahresquartal liegt. Obwohl die Zahlen kaum besser ausgefallen sind als im Vorjahr, zeigt sich die Geschäftsleitung aber optimistisch.

Konzernchef Johan Lundgren ist davon überzeugt, dass EasyJet gestärkt aus der Pandemie kommen wird. Schon im laufenden Quartal soll es wieder aufwärtsgehen. Lundgren rechnet mit deutlich steigenden Buchungszahlen. Im Zeitraum Juli bis September soll die Kapazitätsauslastung 60% des Vorkrisenniveaus erreichen. Im Vorquartal waren es lediglich 17%.

Bis EasyJet die Krise allerdings hinter sich lassen kann, dauert es noch einen Moment. Denn dafür muss sie auch die Anleger wieder gewinnen. Die Valoren standen in den vergangenen Monaten mehrheitlich auf der Verkaufsliste. Im laufenden Jahr haben sie sich gut 7% verbilligt. Doch der optimistische Ausblick könnte nun eine Gegenbewegung einleiten. Am Dienstag gehörten EasyJet nach langem zu den Gewinnern an der Londoner Börse.

Ein Blick auf die Analystenschätzungen zeigt, dass sich die Stimmung gegenüber EasyJet tatsächlich allmählich ändern dürfte. Morgan Stanley (MS 94.55 -1.07%) etwa hat den britischen Billigfluganbieter von «Halten» auf «Übergewichten» hochgestuft und das Kursziel von 800 auf 1100 p angehoben. Zurzeit notiert der Kurs um 780 p. Wenngleich die Sommersaison schwach verlaufen dürfte, sollten positive Nachrichten hinsichtlich immer weniger Reisebeschränkungen den Titeln von Airlines weiterhin helfen, wird die Analystin Carolina Dores von der Agentur DPA zitiert.

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