Unternehmen / Gesundheit

Galenica verspricht auch 2018 eine bessere Profitabilität

Analyse | Die ersten Monate nach dem Börsengang waren erfolgreich. Besonders der Reingewinn überraschte. 2018 will der Medikamentenhändler stärker wachsen als der Markt.

Der Medikamentenhändler Galenica verspricht für das laufende Geschäftsjahr erneut, den Betriebsgewinn stärker zu steigern als den Umsatz. Wie aus dem am Dienstag vorgestellten Ausblick hervorgeht, soll der Umsatz 2018 um 2 bis 3% wachsen. Als organisches Wachstum werden analog zum Gesamtmarkt 1 bis 2% angestrebt, der Rest soll von Zukäufen zum Beispiel im Apothekennetz kommen. «Wir wollen weiterhin um fünf bis fünfzehn Apotheken pro Jahr wachsen», sagte CEO Jean-Claude Clémençon vor Journalisten in Bern.

Der Betriebsgewinn (Ebit) soll im Rahmen des vergangenen Jahres liegen, allerdings kamen 2017 allein 7 Mio. Fr. durch den Verkauf einer Software sowie eines Gebäudes herein. Wird der Sondereffekt im Vorjahr ausgeklammert, strebt Galenica ein Plus von 5% für 2018 an – ungefähr so viel wie im vergangenen Jahr. Die Gesellschaft steuert damit fast ein Jahr nach dem Börsengang erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zu. Im Frühjahr 2017 war das Pharmageschäft – es firmiert heute unter Vifor – aus der Unternehmensgruppe ausgegliedert worden.

Effizienz der Apotheken verbessern

Der Nettoumsatz stieg 2017 um 6,8% auf 3,2 Mrd. Fr. Dies entsprach organisch allerdings nur einem Zuwachs von 1,5%, wie Finanzchef Felix Burkhard sagte. Die Gruppe wies ein bereinigtes Ebit von 148,2 Mio. Fr. aus – ein Plus von 10,5%. Bei der Bereinigung geht es darum, dass die internationalen Bilanzregeln gemäss IFRS die Pensionsverpflichtungen in der Schweiz nicht adäquat wiedergeben würden, sagte CEO Clémençon.

Allerdings macht sich hier auch der Sondereffekt durch den Software- und Immobilienverkauf bemerkbar. Ohne diesen steigt der Ebit 5,3% und die Marge liegt bei 4,4% – knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Um die Profitabilität weiter zu verbessern, will das Unternehmen besonders bei Apotheken die Effizienz verbessern. Bereits im ersten Quartal kam die Gesellschaft auf 339 Apotheken, die 350. könnte in diesem Jahr dazukommen.

Höhere Ausschüttung als ankündigt

Der Reingewinn fiel unter dem Strich mit 118,9 Mio. Fr besser aus als von Analysten erwartet. Dadurch kann die Gesellschaft den Aktionären eine Dividende von 1.65 Fr. je Aktie vorschlagen. Insgesamt schüttet die Gruppe mit 80,9 Mio. Fr. sogar mehr aus, als anlässlich des Börsengangs in Aussicht gestellt. In diesem Geschäftsjahr strebt das Unternehmen mindestens eine konstante Ausschüttung an.

Anleger reagierten positiv darauf, dass die als solider Dividendentitel bekannte Gesellschaft doch noch überraschen kann. Gerade in unruhigen Börsenzeiten kann sich ein Einstieg in die mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 für 2018 bewerteten Titel lohnen.

Die komplette Historie zu Galenica finden Sie hier. »

Leser-Kommentare

Peter W. Ulli 13.03.2018 - 08:50

Die Aktionäre sollen 1,65 Mio Fr. Dividende per Titel erhalten. Dies muss wohl
Weltrekord für eine Dividende sein.

Stephan Pruss 13.03.2018 - 09:07

Herzlichen Dank für den Hinweis. Wir haben den Betrag korrigiert. Es handelt sich um 1.65 Fr. pro Aktie.

Freundliche Grüsse

Walter Kägi-Wagen 13.03.2018 - 08:56

Galenica: Dividende von 1,65 Mio. CHF!?