Unternehmen / Finanz

GAM bezahlt Geldstrafe

Der Asset-Manager akzeptiert eine geringe Sanktion der Schweizer Börse. Die Gesellschaft hat viel grössere Probleme.

(AWP/VA) Der Asset-Manager GAM (GAM 2.406 1.95%) akzeptiert einen Sanktionsentscheid der Schweizer Börse SIX wegen der nicht korrekten Verbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit im Jahr 2016. GAM werde nun die Verbindlichkeit zum Fair Value bilanzieren und bezahlt die damit verbundene Geldstrafe von 400’000 Fr. sowie Kosten von rund 100’000 Fr.

GAM hatte im vergangenen Dezember den Sanktionsentscheid der SIX zunächst noch abgelehnt: Man habe in diesem buchhalterischen Sachverhalt «in gutem Glauben einen anderen Standpunkt» vertreten, schreibt GAM in einer Mitteilung vom Donnerstag. Nun habe sich das Unternehmen aber entschieden, den Entscheid der SIX-Sanktionskommission zu akzeptieren.

Als Folge des Entscheids sei GAM verpflichtet, die finanzielle Verbindlichkeit zum «Fair Value» zu bilanzieren und die betroffenen historischen Vergleichswerte in der nächsten konsolidierten Jahresrechnung vom 20. Februar 2020 anzupassen, schreibt das Unternehmen. Den «Fair Value» der zu verbuchenden finanziellen Verbindlichkeit schätzt GAM per Ende Dezember 2019 auf rund 35 Mio. Fr.

Diese Verbindlichkeit entstehe aber erst, falls GAM die entsprechenden Performance Fees erhalten würde, heisst es weiter. Der Asset-Manager geht weiterhin davon aus, dass sich der operative Gewinn vor Steuern für das gesamte Jahr 2019 auf etwa 10 Mio. Fr. belaufen wird. GAM betont zudem, dass sich dieser «buchhalterische Sachverhalt» lediglich auf die konsolidierte Jahresrechnung der GAM Holding bezieht und weder die Investmentfonds noch Kunden von GAM betreffe.

Auch wenn die Aktie von GAM heute negativ reagiert, auf die Performance dürfte dieser rein buchhalterische Streitfall und die resultierende geringe Busse keinen substantiellen Einfluss haben. Der gestrauchelte Asset-Manager hat ganz andere Probleme. Die verwalteten Vermögen und damit die Ertragsbasis fliessen weiterhin aus der Gesellschaft, seitdem sie 2018 ihren Schlüsselfondsmanager Tim Haywood entlassen und seine Fonds liquidiert hat.

Entscheidend wird als nächstes das Update zur Strategie sein, das CEO Peter Sanderson anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen am 20. Februar geben wird. Bereits ist GAM ins Visier von aktivistischen Investoren gekommen, die sich entschiedene Massnahmen wünschen und ansonsten mit einer Abwahlkampagne gegen den Verwaltungsrat drohen.

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