Unternehmen / Finanz

GAM lässt Goodwill-Bombe platzen

Analyse | Der kriselnde Asset-Manager muss 410 Mio. Fr. an immateriellem Wert aus der Bilanz kippen. Doch sein eigentliches Problem ist der ungewisse Turnaround.

Goodwill ist ein wundersames Konstrukt. Er ist der immaterielle Wert einer Gesellschaft, der bei der Übernahme von Unternehmen oder Teilen davon gebildet werden muss, allerdings oft anhand schwer quantifizierbarer Faktoren zustande kommt. Danach muss er über Jahre abgeschrieben werden. Gewisse Ereignisse können zu grösseren Wertberichtigungen dieser Position führen, weshalb man ihn auch als tickende Zeitbombe in der Bilanz bezeichnet. Bei GAM ist erneut eine dieser Bomben geplatzt.

Das Phänomen Goodwill ist bei GAM an die Entwicklung der verwalteten Vermögen, die Ertragsbasis des Asset-Managers, gekoppelt. Als die Privatbank Julius Bär 2009 GAM an der Schweizer Börse kotierte, entliess sie den Asset-Manager mit einem satten Goodwill von 2 Mrd. Fr. in seinen Büchern in die Freiheit. Dieser musste verstärkt abgeschrieben werden, als die Kundengelder während der hausgemachten Krise von GAM in den vergangenen zwei Jahren in Strömen aus der Gesellschaft herausflossen. Für 2019 wurden beispielsweise rückwirkend im Geschäftsbericht 2018 rund 800 Mio. Fr. abgeschrieben. Jetzt werden es im ersten Halbjahr 2020 noch einmal 410 Mio. Fr. sein, wie GAM am Freitag mitteilt. Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.
Peter W. Ulli 19.06.2020 - 09:19

Der Goodwill war schon lange nicht mehr werthaltig und hätte korrigiert werden müssen. Frage mich schon wie die Rechnungsprüfer diesen hohen Goodwill so lange zugelassen haben !