Unternehmen / Finanz

CEO David Jacob: «Der Ansteckungseffekt bei GAM lässt nach»

Analyse | Das operative Ergebnis des Asset-Managers wird weiter sinken. David Jacob, CEO seit hundert Tagen, setzt auf Performance und Kostenabbau.

Der Vermögensverwalter GAM ist in einer kritischen Phase, die Dividende und die Unternehmensziele sind suspendiert. Für CEO David Jacob haben Anlageperformance und Kostenabbau Priorität. Er glaubt, dass der Spagat gelingen kann. «Ich bin überzeugt, dass wir gleichzeitig effizienter und effektiver werden können», sagte er im Gespräch mit der FuW.

Das Ende der wichtigsten Produktgruppe, der Absolute Return Bond Funds (ARBF), bewirkte 2018 einen Rückgang der verwalteten Vermögen von 11 Mrd. Fr. Dazu kamen Abflüsse aus anderen Vehikeln in der Höhe von weiteren 10,5 Mrd. Fr. Anlässlich der Präsentation der Jahresresultate gab es keine Prognose, wann die Schwindsucht gestoppt werden kann. Jacob betonte jedoch: «Der Ansteckungseffekt der ARBF-Liquidation lässt nach.» Im Grund befindet sich der GAM-Aktionär aber auf einem Blindflug.

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Leser-Kommentare

Ernst J. Marliany 21.02.2019 - 09:48

Und welche strafrechtlichen Schritte und Haftungsansprüche gegen Haywood und Konsorten werden eingeleitet? Oder gilt nun wieder einmal das Sprichwort: Die Kleinen = Aktionäre hängt man, die “Großen” läßt man laufen, … eventuell sogar noch mit Bonusabfindungen? Ernst J. Marliany

Tobias Schait 21.02.2019 - 11:07
Das sieht bei GAM den Umständen entsprechend gar nicht so schlecht aus für den Turnaround. Das Volumen der verwalteten Vermögen hat sich gut stabilisiert. Der Artikel der FuW verkennt, dass das Volumen vor allem gesunken ist, weil die Finanzmärkte im Dezember nachgaben. Die verwalteten Vermögenseinheiten haben sich aber konsolidiert. Marketingtechnisch werden aktiv verwaltete Anlagestrategien, wie sie GAM anbietet, wieder stark… Weiterlesen »
Peter W. Ulli 21.02.2019 - 14:13
Jeder realistische Aktionär wusste längst, dass er keine Dividende erwarten konnte. Nur scheint die Realität noch nicht bis in die GL und VR durchgedrungen sein. Wie soll man sonst erklären, dass im Bonustopf immer noch rund 40 % des Vorjahres liegt. Habe sicher nichts gegen generöse Boni nach einem sehr guten Geschäftsjahr, aber nach einem Katastrophenjahr wie 2018 ist jeglicher… Weiterlesen »
Ernst J. Marliany 24.02.2019 - 10:59
Dieser Bericht paßt perfekt in die Karnevalszeit, folgende Passage ist nicht mehr als ein Witz: “Die interne Untersuchung gegen den Manager ist abgeschlossen; er wurde entlassen aufgrund schweren Fehlverhaltens (gross misconduct). Die internen Kontrollen sollen verbessert werden.” Klare und entschlossene Führung in Verantwortung sieht in meinen Augen anders aus! Der inneren Logik dieses Textauszuges folgend kann jeder nicht hinreichend qualifizierte… Weiterlesen »
Tobias Schait 24.02.2019 - 11:32
40 Mio. Kosteneinsparungen würden nicht reichen, um GAM zu stabilisieren. Bei reduziertem verwaltetem Vermögensvolumen von ca. 130 statt 160 Mia. ist mit veränderten EBITDA, Reingewinngrössen von ca. Sfr. Mio. 180/120 auf 100/70 in den Turnaroundjahren zu rechnen. Bei einer Einsparung von jährlich zusätzlich 40 Mio. würde sich der Reingewinn durch verbesserte Margen sogar wieder über 100 Mio. pro Jahr verbessern.… Weiterlesen »