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GameStop: Hedge-Fund-Chefs verteidigen Geschäftsmodell

Am Tag der Anhörung der Hauptprotagonisten in der Saga vor dem Repräsentantenhaus gehen die Papiere auf Berg-und-Tal-Fahrt.

(Reuters) Bei der Kongress-Anhörung zu den Börsenturbulenzen um GameStop haben hochrangige Hedgefonds-Manager ihre Geschäftsmodelle verteidigt und unfaire Praktiken verneint. Insbesondere der Chef von Citadel, der Milliardär und republikanische Spender Ken Griffin, sah sich am Donnerstag mit scharfen Fragen im Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses konfrontiert. Geleitet wurde die Sitzung von der Demokratin Maxine Waters, eine Kritikerin der Wall Street. Der Ausschuss sollte untersuchen, wie Aktien von GameStop und andere Titel in schwindelerregende Höhen getrieben werden konnten.

Im Januar hatten Kleinanleger mit konzertierten Käufen Hedgefonds zur Auflösung von Wetten auf den Verfall des GameStop-Kurses gezwungen, diese damit teils in die Bredouille gebracht. Die Vorgänge versetzten die Börsen weltweit in Unruhe.

Neben Griffin mussten vier weitere Männer vor dem Ausschuss Rede und Antwort stehen: Sein Kollege Gabriel Plotkin von Melvin Capital, der Chef der Kleinanleger-Plattform Robinhood, Vlad Tenev, und sein Kollege von der Internet-Konzern Reddit, Steve Huffman. Auch Keith Gill, bekannt auf YouTube unter dem Pseudonym «Roaring Kitty», trat per Video auf. Ihm wird in einem getrennten Gerichtsverfahren vorgeworfen, Privatanleger zum Kauf von überteuerten Aktien gebracht zu haben. Der 34-Jährige hatte in vorbereiteten Aussagen die Vorwürfe zurückgewiesen. «Ich bin nur jemand, dessen Investitionen in GameStop und Beiträge in den sozialen Medien auf meiner eigenen Forschung und Analyse beruhte», sagte er den Abgeordneten.

Robinhood-Chef: Nicht von Hedgefonds beeinflusst

Für besonderen Unmut über Parteigrenzen hatte die Entscheidung von Robinhood gesorgt, in der Hochphase der Turbulenzen am 28. Januar den Kauf von GameStop-Aktien einzuschränken. Da die Hedgefonds auf fallende Kurse gewettet hatten, drohten ihnen massive Verluste. Robinhood hat erklärt, hinter der Entscheidung hätten Forderungen der Clearing-Stellen für Einlagen in Milliardenhöhe gestanden.

Tenev entschuldige sich nun für die Vorgänge bei dem FinTech. «Ich werde nicht behaupten, dass Robinhood alles perfekt gemacht hat», sagte er. Die Entscheidung sei jedoch nicht von den Hedgefonds beeinflusst worden, mit denen das Unternehmen Geschäfte macht. Auch Griffin erklärte auf die Frage, ob jemand von seinem Fonds sich in Verbindung mit Robinhood gesetzt habe: «Absolut nicht.»

Bei der Anhörung stellten die Abgeordneten beider Parteien scharfe Fragen, Waters fiel den Befragten mehrfach ins Wort. In den USA finden im kommenden Jahr Kongresswahlen statt. Die Sitzung schickte die GameStop-Aktie auf eine Berg- und Talfahrt. Sie lag im Verlauf mehr als sieben Prozent im Minus.

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