Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nachhaltig investieren
Meinungen

Ganz simpel

Der Grundgedanke von Nachhaltigkeit ist einfach. Sobald es aber ums Anlegen geht, wird es komplex. Ein Kommentar des stv. Chefredaktors Adrian Blum.

«Bei steigender Nachfrage können vermehrt Mogelpackungen wie «Green Washing» auftauchen.»

Der Trend zum nachhaltigen Investieren ist unbestritten, eine Umkehr nicht in Sicht. Die Nachfrage steigt, abgestützt von privaten und institutionellen Anlegern. Das lässt sich erklären durch Vereinfachung. Der Begriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft und bedeutet ganz simpel: nicht mehr Bäume fällen, als nachwachsen können. Sonst verschwindet der Wald.

Das Prinzip auf die globale Unter­nehmenswelt und die Investoren auszudehnen, ist aber komplex. Es geht nicht nur um den (Ur-)Wald oder den Klimawandel, sondern auch um Süsswassermangel und weitere planetare Begrenzungen. Und die Kriterien zur Beurteilung sind vielfältig.

Stark wachsende Nachfrage bringt allerdings meist unerwünschte Entwicklungen mit sich, ganz gleich in welcher Branche und bei welchen Produkten oder Dienstleistungen. So können etwa vermehrt Mogelpackungen auftauchen, «Green Washing». Steckt Nachhaltigkeit drin, wo Nachhaltigkeit draufsteht? Sicher nicht überall, und daher ist der Blick zu schärfen. Und ist die Meinung, wer nachhaltig investiert, verliert Rendite, tatsächlich widerlegt? Der Bedarf an tief gehender Analyse ist gross. Dem will «Finanz und Wirtschaft» entsprechen und vermehrt dem Thema «Nachhaltiges Investieren» auf den Grund gehen.

Zurück zum Einfachen. Der Förster hat die Wahl: Plündert er den Wald, beutet er Arbeiter aus und ­widerspricht er der guten Unter­nehmensführung, oder eben nicht? Damit haben auch die Geldgeber die Wahl. Für langfristig denkende Investoren ist der Fall klar: sich bemühen, Performance durch Nachhaltigkeit zu generieren.

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