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Gavin Newsom: Einem Hoffnungsträger droht die Abwahl

Der Gouverneur von Kalifornien muss sich am Dienstag einem Misstrauensvotum stellen. Das könnte selbst für US-Präsident Joe Biden gefährlich werden.

Kalifornien ist der grösste Bundesstaat der USA. Wäre es ein eigenständiges Land, es wäre die fünftstärkste Volkswirtschaft der Welt noch vor Grossbritannien. Dem Regierungschef des «Golden State», dem Gouverneur, kommt also einiges an Gewicht zu. Amtsinhaber Gavin Newsom droht am Dienstag dieses Gewicht zu verlieren. Der 53-Jährige, der von seiner Partei, den Demokraten, schon als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde, könnte nächste Woche erst der dritte US-Gouverneur überhaupt werden, der durch einen sogenannten Recall zu Fall gebracht wird.

Diese Art der Abwahl ist eine Spezialität der USA, achtzehn Bundesstaaten kennen das Instrument. Es kommt zustande, wenn 12% der Einwohner, die bei der letzten Wahl ihre Stimme abgegeben haben, es via Unterschrift fordern. Zwei Entscheide haben die Wähler dann auf dem Zettel. Soll der amtierende Gouverneur abgewählt werden? Dafür braucht es die absolute Mehrheit. Kommt sie zustande, wird der Gegenkandidat, der zugleich die meisten Stimmen erhalten hat, Gouverneur.

Bären und Cannabis

Die Liste der Anwärter ist mit 46 Namen lang und, gelinde gesagt, bunt. Die besten Aussichten hat der rechte Radiomoderator Larry Elder. Aussenseiterchancen werden dem gebürtigen deutschen YouTube-Millionär Kevin Paffrath, dem Ex-Bürgermeister von San Diego Kevin Faulconer und dem Unternehmer John Cox eingeräumt, der durch den Wahlkampf mit einem lebendigen Kodiakbären tingelt. Auf der Liste folgen Pastoren, Studenten, Rapper, Schauspieler und Cannabis-Enthusiasten. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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